Fragen anAbteilungsinspektor Manuel Seitlinger, Bereich Menschenhandel

Wie ist die derzeitige
Lage im Milieu in Vorarlberg?

In Vorarlberg gibt es kein offizielles Bordell. Bei Rotlicht-nahen Betrieben stellen wir einen Rückgang fest. Es besteht mitunter der Verdacht, dass es vereinzelt, außerhalb der Lokale zu Vereinbarungen zwischen Frauen und Männern kommt. Sofern es dabei aber nicht um Zuhälterei oder Menschenhandel geht, liegt „nur“ eine Verwaltungsübertretung nach dem Vorarlberger Sittenpolizeigesetz und unter Umständen dem Aids- und Geschlechtskrankheitengesetz vor.


Was droht den Frauen bei so einem Verstoß?

Das ist abhängig vom Aufenthaltsstatus und der Nationalität der Beschuldigten. Wenn jemand als Nicht-EU-Bürgerin keine Arbeitserlaubnis in Österreich hat, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Fremdenpolizeigesetz, was in weiterer Folge zur Ausweisung führen kann.

Gibt es illegale Bordelle in Vorarlberg?

Der ehemalige Straßenstrich hat sich schon vor geraumer Zeit immer mehr in Privatwohnungen und auch Hotels verlagert. Die Frauen bekommen ihre Kunden über die verschiedensten Kanäle, mit unterschiedlichen Telefonnummern. Daher ist es auch unmöglich, hier eine entsprechende Anzahl festzustellen. Hier werden wir nicht immer sofort aktiv. Wenn in diesem Zusammenhang aber der Verdacht auf Ausbeutung oder Zuhälterei besteht, schreiten wir ein.

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