„Berlin ist arm, aber sexy“

In Berlin findet Michelle unzählige Hintergründe für private Foto-Sessions. Fotos: handout/privat

In Berlin findet Michelle unzählige Hintergründe für private Foto-Sessions. Fotos: handout/privat

Michelle Peter war keine 18 Jahre alt, als sie in die Metropole Berlin zog, um Karriere zu machen und sich selbst zu finden.

Der ehemalige Bürgermeister selbst bezeichnete Berlin als „arm, aber sexy“ und genau dieser raue Charme Berlins, hat Michelle Peter längst in den Bann gezogen. Nach ihrem Umzug, vor knapp acht Jahren, kann man das sagen. Sie ergänzt die Worte von Klaus Wowereit: „Die Stadt bietet den perfekten Raum für Vielfältigkeit.“ Die 26-Jährige berichtet von einem Sog skurriler Begegnungen und Beobachtungen, dunkler Verführungen und spannender Gelegenheiten. Im Schlund der verschrieenen Hauptstadt Deutschlands, agiert die Vorarlbergerin als Profi. Zwischen Ayran und Latex, erlebt sie mit, wie frisch Verliebte sich öffentlich trennen, weicht gekonnt Taschendieben aus und flaniert gelassen weiter, wenn ältere Damen jüngere Männer an der Leine Gassi führen.

Entscheidung nach Matura

Ihr Abenteuer Berlin begann mit der Suche nach der passenden Uni. „Nach meinem Abschluss am BORG Götzis wollte ich Modedesign studieren. Die Recherche nach der richtigen Universität hat drei Ziele ergeben: Wien, München und Berlin. Da ich auf keinen Fall nach Wien wollte und München nun mal echt zu nahe an Vorarlberg liegt, fiel meine Entscheidung auf Berlin“, erzählt die diplomierte Modelistin und
Stylistin. Das sagt sich so einfach. Gerade die Anfangsphase war emotional sehr anspruchsvoll. Sie erinnert sich an eine harte Zeit, als sie im zarten Alter von 17 Jahren in Berlin ankam: „Ich war überwältigt von den neuen Eindrücken, den Menschen und der Verantwortung, mich selbst als Person zu finden. Ich habe meine Freiheit genossen und war zugleich überfordert, mit dem, was sie mit sich bringt. Man fühlt sich glücklich, da man sich auf der Suche nach sich selbst befindet, und ist zugleich traurig, dass man soweit von den Menschen, die dich ohne Konditionen lieben, weg ist. Ich vermisse meine Familie unendlich.“

Die üblichen Verdächtigen

In der Stadt mit den schier unendlich Möglichkeiten, vermisst Michelle noch mehr. Gedanken an die Sonnenaufgänge im Ländle ziehen sie geistig in die Heimat. Genau dann, wenn die Nacht dem Tag weicht und in Vorarlberg schon lange Sperrstunde herrscht, dreht das berüchtigte Berlin gerade erst auf. „Die ersten drei Jahre waren es die üblichen Verdächtigen: die Panoramabar im Berghain, Ritter-Butzke und Kater. Man findet sich selbst, man probiert Neues“, erklärt Michelle, die berühmten, verrufenen Clubs aufzählend, und ergänzt: „Um ehrlich zu sein, mag ich Elektro nicht mal, somit hat man mich auf den Tanzflächen gefunden, wo ich zu Old and New School Hip Hop und R & B tanzen konnte.“ Das war einmal. Inzwischen geht die Yoga-Liebhaberin alles etwas ruhiger an. Aus den Boxen schallt mittlerweile der Jazz, es wird privat viel gechillt. Michelle Peter konzentriert sich auf ihren Job und spricht über Aufgaben die es im Ländle gar nicht gibt: „Ich assistiere dem Designer und organisiere die Business Seite des Labels. Von B2B und B2C zu Model Bookings, HR Tätigkeiten, Store Management, Social Media und Marketing hinüber zu VIP-Betreuung, Financial Monitoring und natürlich nicht zu vergessen, das Hundefutter für Rosie (Hund vom Chef) kaufen.“ Ein Großstadt-Slang aus einer der derzeit angesagtesten Mode-Metropolen der Welt, aus dem Mund einer Vorarlbergerin, die am Boden geblieben ist und weise Worte für die Generation nach ihr findet: „Heute liegt sehr viel mehr Druck auf den jüngeren Jahrgängen. Ich rate jungen Menschen, Vertrauen in sich selbst zu haben und Mut zu finden, sich auszuprobieren. Daraus folgend seinen eigenen Weg zu gehen und im Moment leben zu können.“

<p class="caption">Ab und an gibt es Besuch vom Bruder.</p>

Ab und an gibt es Besuch vom Bruder.

<p class="caption">Stylisch passt sich Michelle den Trends an.</p>

Stylisch passt sich Michelle den Trends an.

<p class="caption">Witzige Begegnung beim „Shooten“.</p>

Witzige Begegnung beim „Shooten“.

<p class="caption">Michelle posiert im urbanen Dschungel.</p>

Michelle posiert im urbanen Dschungel.

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