„Es braucht dringend eine Halle!“

Die Skater Lennart Illmer, Kenneth Auer und Theodor Fohn hinterfragen den Bau eines Skateparks in Dornbirn. Fotos: WANN & WO, MiK

Die Skater Lennart Illmer, Kenneth Auer und Theodor Fohn hinterfragen den Bau eines Skateparks in Dornbirn. Fotos: WANN & WO, MiK

Mittlerweile sind es über 200 Antworten, die Bürgermeisterin Kaufmann erhalten hat. Die Frage: „Wie sollte unser neuer Skateplatz in Dornbirn gestaltet sein, damit sich junge Menschen dort gerne aufhalten und gut skaten können?“ In den Kommentaren liest man von Wasserspendern, speziellen Rampen, Toiletten und Schattenplätzen. Weitere User weisen mit ihren Antworten auf die Dringlichkeit einer Überdachung hin.

Skater stehen im Regen

Die derzeitige Situation im Land unterstreicht die Notwendigkeit eines Raumes, der den Sportlern die Möglichkeit gibt, auch in den nassen Wintermonaten trainieren zu können. Bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1168 mm im Durchnitt wird Skateboardfahren schwer. „Durch die Zwangspause in den Wintermonaten verlieren viele Skater und vor allem der Nachwuchs die Motivation. Die Community fällt zusammen, wenn immer wieder mehrere Monate Pause ist“, erklärt Kenneth Auer, einer der Gründer des Skateboard Landesverbands Vorarlberg, die Problematik. Er beschränkt sich nicht nur auf die Skater: „Es gibt ja noch mehr, die eine Halle nutzen würden. Sportarten wie Parcour, Workout und viele weitere liegen bei Schlechtwetter auf Eis.“ Lennart Illmer und Theodor Fohn vom Verein Breakless unterstreichen diese Aussage und befürworten die Option einer Trendsporthalle. „Ein Standort, der einen Kulturschnittpunkt schafft und die Möglichkeit bietet, an Regentagen sein Hobby auszuüben, fehlt hier in Vorarlberg“, meint Lennart Illmer. „Anfang 2016 gab es Gespräche und Besichtigungen zur Thematik Skatehalle. Mittlerweile spricht die Stadt nur noch von einem Park und wir stehen jetzt im Regen. Das sei schon beschlossen“, so Theodor Fohn. „Mit der Frage im Forum hat Bürgermeisterin Kaufmann womöglich das Thema verfehlt,“ so Auer. Seit des Messe-Umbaus vor mehreren Jahren müssen Vorarlberger Skater von November bis März pausieren oder lange Fahrten nach Innsbruck oder Winterthur auf sich nehmen. Ein Umstand, der Kosten verursacht, den Nachwuchs leiden lässt und nicht zeitgemäß ist, denn Skateboarden wird in zwei Jahren olympisch.

Falscher Zeitpunkt

Theodor Fohn und Lennart Illmer vom Verein Breakless Skateboard Association finden die Initiative auf der digitalen Plattform Vorarlberg sehr gut. Man könne herauslesen, was wirklich wichtig wäre. „Das Engagement der Stadt Dornbirn ist super. Sie sehen die Nachfrage und wollen etwas machen. Doch warum will man jetzt einen Park bauen, wo es so dringend eine Halle braucht?“, fragt sich Kenneth Auer. In der Tat ist Vorarlberg, was Skateparks angeht, sehr gut bedient. Hard, Feldkirch, Götzis, Nenzing, Bregenz und Lustenau haben nennenswerte Funparks, gut angeschlossen ans öffentliche Netz. Ein weiterer Park in Dornbirn wäre somit stark zu hinterfragen und die Behandlung von Detailfragen zur Beschaffenheit oder Aufmachung zu früh. Kenneth Auer kann nicht für alle Skater im Land sprechen doch er stellt klar: „Lieber verzichte ich auf einen Outdoor-Park, wenn ich so zur Realisierung einer Halle beitrage.“ Ein Statement, das auch Lennart Illmer und Theodor Fohn vertreten. Bei der Niederschlagsmenge im Ländle durchaus verständlich.

„Lieber verzichte ich auf einen Outdoor-Park, wenn ich so zur Realisierung einer Halle beitrage.“ Kenneth Auer

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