100 Prozent kompostierbarer Hocker

Wolfgang (links) und Christoph mit ihren stylischen und nachhaltigen „Dreiblatt-Hockern“. Fotos: W&W, handout/privat

Wolfgang (links) und Christoph mit ihren stylischen und nachhaltigen „Dreiblatt-Hockern“. Fotos: W&W, handout/privat

Die Brüder Wolfgang und Christoph Mähr aus Feldkirch haben einen Hocker entwickelt, der komplett ohne Metall oder Plastik auskommt.

Seit etwa fünf Jahren tüfteln Wolfgang und Christoph, die gemeinsam die Tischlerei ihres Vaters übernommen haben, an dem nachhaltigen Möbelstück. Jetzt ist es soweit und sie haben eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um die Produktion der „Dreiblatt-Hocker“ zu optimieren: „Jeder Tischler macht sich Gedanken, was mit einem Möbelstück passiert, wenn es ausgedient hat“, erzählt Wolfgang, der so auf die Idee kam, Möbel zu entwickeln, die später wieder in den Kreislauf der Natur zurückgeführt werden können. „Wenn ich so eine Vision habe, ist der nächste Schritt, es mit meinem Bruder Christoph zu besprechen. Er ist dann zuständig, wenn es um die Umsetzung geht und sagt mir, was möglich ist und wo es noch etwas Getüftel braucht.“

„Wie der Hintern passt“

Das erste Ergebnis der neben dem Hauptberuf der beiden entstandenen Produktidee „Spurenlos“ kann sich sehen lassen. Aus nur drei einfachen Holzteilen fertigen die Brüder einen ergonomischen Hocker, bei dem Design und Funktionalität nahtlos ineinander greifen: „Durch das ,Dreiblatt‘ habe ich mehrere Möglichkeiten, wie ich auf dem Hocker sitzen kann. Da muss jeder selbst ausprobieren, wie sein Hintern am besten auf die Sitzfläche passt“, erklärt Christoph.

Ergonomisch

Schon beim Fuß der „Dreiblatt-Hocker“ haben sich die Brüder lange Gedanken gemacht, wie sie das Sitzen angenehmer machen können. Durch die konvexe (nach außen gewölbte) Aufliegefläche ist der Hocker einigermaßen flexibel und man muss nicht starr sitzen. „Das ist besonders angenehm, wenn man etwas länger sitzt, zum Beispiel bei der Arbeit am Schreibtisch. Gleichzeitig führt das dazu, dass man den Rücken gerade hält. Der Hocker wäre also auch eine gute Alternative zu einem Sitzball, der ja ebenfalls auf dieses Prinzip setzt“, sagt Wolfgang. „Die Hocker sind durch verschiedene Stiele problemlos für alle Größen anpassbar.“

Nachhaltig

Weder Metall noch Kunststoff kommen bei den „Dreiblatt-Hockern“ zum Einsatz, wodurch sie zu hundert Prozent kompostierbar sind. „Die Natur soll es sich irgendwann wieder zurückholen können. Wir haben verschiedene Materialien ausprobiert – Hackschnitzel, Topinambur und schließlich Stroh, für das wir uns entschieden haben, weil es aus der Region beziehbar ist und mit relativ wenig Aufwand verarbeitet werden kann. Von der Idee, die komplette Sitzfläche aus Stroh zu machen, sind wir aber wieder abgekommen. Das unter Druck mit Naturlatex verdichtete Stroh ist auf längere Dauer leider nicht formstabil genug. Den Stroh-Hocker haben wir aber trotzdem realisiert, indem wir den Holz-Rohling der Sitzfläche mit Stroh beschichten. Das Material ist einfach sehr angenehm und gibt auch etwas mehr nach. Das bietet einen besseren Sitzkomfort, als das blanke Holz“, so Christoph.

Noch mehr Ideen

Wenn es mit dem Hocker klappt, haben die Brüder noch weitere Produkte in der Schublade: „Da soll auf jeden Fall noch mehr kommen. Auch eine Liege und eine Kinderwiege haben wir bereits konzipiert“, lässt Wolfgang sich ein wenig in die Karten blicken. Zuerst gilt es aber, das Startprodukt von „Spurenlos“ anzukurbeln, was derzeit mittels Crowdfunding geschieht. „Im Rahmen der Kampagne auf https://wemakeit.com/projects/100-kompostierbarer-hocker hoffen wir, in den kommenden Wochen genug Unterstützer zu finden. Diese kommen in den Genuss der ,Early Bird‘-Preise. Den Hocker aus Buchenholz bekommt man ab 169 Euro.“

„Strohdiebe“

Um die Kampagne etwas anzukurbeln, haben die Brüder zusammen mit ihrem Team drei kurze Videos produziert, in denen sie das Produkt erklären. Eines der Videos zeigt auch mit etwas Augenzwinkern, wie einfach die Materialbeschaffung der „Strohdiebe“ ist. Die Clips kann man sich auf www.facebook.com/spurenlos.at ansehen.

<p class="caption">Die Hocker gibt es in verschiedenen Ausführungen.</p>

Die Hocker gibt es in
verschiedenen Ausführungen.

Wann & Wo | template