Hoch hinaus: „Climbing Nemo“

Nemuel ist beim Klettern ganz in seinem Element. Fotos: WANN &WO/Mayer

Nemuel ist beim Klettern ganz in seinem Element. Fotos: WANN &WO/Mayer

Nemuel (16) ist eine echte Sportskanone: Der Dornbirner gilt als eines von Vorarlbergs größten Klettertalenten und ist Teil des Jugendkaders.

Begonnen hat alles vor fünf Jahren mit einem Schnupperkurs des Alpenvereins. „Meine Mutter kannte den Leiter, darum habe ich mitgemacht. Es hat mir auf Anhieb gefallen“, erinnert sich Nemuel. Nachdem ihn die Höhenlust gepackt hatte, nahm er Kurse und wurde immer besser. Mittlerweile trainiert er sogar zweimal die Woche. Das Klettern ist für den jungen Sportler, der seit drei Jahren Teil des Landeskaders ist, nicht mehr wegzudenken.

Erfolgsgefühl am Felsen

Der Dornbirner gilt als einer der besten Kletterer in seinem Alter, und das obwohl er noch nicht lange im Geschäft ist. Besonders stolz ist er darauf, dass er die Route „Prinzip Hoffnung“ an der Bürser Platte geschafft hat. „Dass ich das gemacht habe, da kann ich schon stolz drauf sein. Die hat noch nicht so viele Begehungen“, meint Nemo. Auch seine bisherigen Erfolge im Wettkampfsport sind ein besonderer Meilenstein für den 16-Jährigen: „Ich bin jedes Mal stolz auf mich, wenn ich gegen Leute antrete, die schon viel länger klettern als ich.“

Eine befreiende Wirkung

Was dem jungen Kletterer besonders gefällt, ist das einzigartige Erlebnis am Fels: „Die Höhe gefällt mir. Wenn man klettert, ist das ein echt cooles Gefühl. Es hat eine befreiende Wirkung, im Fels zu hängen.“ Seine Motivation findet er in den Erfolgen, die das Klettern mit sich bringt: „Wenn man etwas erreicht, egal ob im Wettkampf oder am Felsen, und etwas schafft, auf das man stolz sein kann und auch darf, ist das super. Es macht zudem einfach Spaß zu klettern.“
Auf seiner Webseite „Climbing Nemo“ bloggt er über seine Erlebnisse und Erfahrungen. „‚Climbing Nemo‘ hat nichts mit ‚Findet Nemo‘ zu tun“, sagt der 16-Jährige und lacht. „Die Website war ein Schulprojekt. Der Name dazu kommt von einem Hashtag, das ich auf Instagram erfunden habe.“ Weil er Gefallen am Bloggen gefunden hat, nutzt er die Seite auch heute noch. „Ich finde es toll, wenn Leute lesen, was ich mache und sich wirklich dafür interessieren.“

Mitmachen ist alles

Der ehrgeizige junge Mann hat zwar noch keine fixen Pläne für die Zukunft, eines steht für ihn trotzdem schon fest: „Ich möchte mich eher aufs Felsklettern spezialisieren, aber das Wettkampfklettern auch nicht weglassen. Ich will weiter mitmachen und einfach schauen, wie es läuft.“ In naher Zukunft will Nemo noch einige Strecken bezwingen. „Am Fels gibt es viele Routen, die ich noch vor mir habe, als nächstes plane ich am Rätikon oder an der Roten Wand zu klettern – ich will hoch hinaus.“
„Ganz sicher“, meint Nemuel auf die Frage, ob er auch nach dem Schulabschluss mit dem Sport weiter machen will: Erst einmal studieren gehen, aber das Klettern nicht außen vor lassen. Neben dem Traum von der Kletter-Karriere hat Nemo auch einen „Plan B“: „Sportpsychologie gefällt mir gut. Das würde ich gerne studieren und später in dem Gebiet arbeiten.“

Wann & Wo | template