„Bin überall auf der Welt zuhause“

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Das ist der Job, der gebürtigen Emserin. Sie fühlt sich überall zuhause!  Fotos: handout/Charec

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Das ist der Job, der gebürtigen Emserin. Sie fühlt sich überall zuhause!  Fotos: handout/Charec

Julia Charec (24) aus Hohenems lebt in Wien und ist Langstrecken-Flugbegleiterin bei Swiss Airlines.

Eigentlich ist die 24-jährige Unterländerin gelernte Grundschulpädagogin, doch nach ihrem Studium wollte sie mehr von der großen, weiten Welt sehen. „Deshalb entschloss ich mich dazu, nach Wien zu ziehen – diese Stadt hat mich immer schon fasziniert“, erzählt Julia. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie jedoch noch nicht, dass sie irgendwann auf der ganzen Welt zuhause sein würde. „Als Junglehrerin wollte ich nicht unbedingt in Wien anfangen zu unterrichten, also habe ich im Internet recherchiert, welche Bereiche ich im Berufsleben sonst noch attraktiv finden würde.“ Beim Stöbern auf den Jobportalen stolperte die gebürtige Emserin dann über eine Ausschreibung von Eurowings. „Die haben eine Flugbegleiterin gesucht und ich war sofort davon überzeugt – das ist das, was ich machen möchte! Bereits nach wenigen Tagen bekam ich eine Einladung zu einem Assessment-Center am Flughafen Wien Schwechat“, berichtet Julia begeistert.

„Die schönsten Spots“

So führte für die Weltenbummlerin das Eine zum Anderen. „Da Eurowings von Wien aus jedoch nur Kurzstrecken-Flüge anbietet und keine Nightstops im Ausland, bewarb ich mich im Sommer vergangenen Jahres bei Swiss International Airlines.“ Mittlerweile fliegt sie bereits seit einem halben Jahr Langstrecken. „Da die Swiss in Zürich ihre Base hat, pendle ich mit dem Flieger von Wien nach Zürich zur Arbeit“, so Julia. „Langstrecke zu fliegen, bringt einige Vorteile mit sich. Nicht nur, dass man während der Arbeit an die schönsten Spots dieser Erde kommt, man hat auch gewisse Freiheiten was den Wohnort betrifft. Als Flugbegleiterin hat man meistens nur vier bis fünf Flüge im Monat, da sich die Fluglinie an gesetzliche Richtlinien halten muss, um zu gewährleisten, dass du fit und ausgeschlafen zum Dienst kommst.“ Ein typischer Dienstplan im Leben von Julia könnte also so aussehen: drei Tage Miami, drei Tage frei, vier Tage Shanghai, vier Tage frei, drei Tage New York und wieder drei Tage frei.

Kulturelle Unterschiede

Gerade als Flugbegleiterin hat die Vorarlbergerin jeden Tag mit den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen dieser Welt zu tun. „Fliegt man nach Indien, weiß ich bereits im Vorhinein, dass dieser Flug wahrscheinlich sehr anstrengend wird. Die indischen Gäste gehen oft davon aus, dass sie die Dienstleistung mitbezahlt haben genauso wie ihre Angestellten zu Hause. Trotzdem kommt nach einem langen Flug, in welchem sie gefühlt 300 Mal ‚You bring me hot water now‘ gesagt haben, ein ‚Thank you, great flight‘. Fliegt man aber nach Tokio erfährt man genau das Gegenteil. Japaner sind sehr zurückhaltend und wollen in einer Gruppe meistens nicht auffallen.“ Da der Flughafen in Zürich nur etwa eine Stunde Autofahrt von Vorarlberg entfernt liegt, trifft man auch immer wieder auf Gäste aus dem Ländle. Man fühlt sich sofort wohl und irgendwie verbunden, wenn man Gäste aus der Heimat an Bord kennenlernt. Irgendwann möchte ich auch wieder zurück nach Vorarlberg, aber jetzt genieße ich erst Mal mein Leben und bin auf der ganzen Welt zuhause.“

<p class="caption">Städte-Trips gehören zu den Hobbys der Hohenemserin.</p>

Städte-Trips gehören zu den Hobbys der Hohenemserin.

<p class="caption">Julia vor dem Pariser Eiffelturm.</p>

Julia vor dem Pariser Eiffelturm.

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