„Das Ding ist unzerstörbar!“

Der HotSwop lässt sich auf jedem Motorrad in wenigen Schritten montieren und sorgt für sicheren Halt des Kennzeichens. Fotos: W&W, handout/HotSwop

Der HotSwop lässt sich auf jedem Motorrad in wenigen Schritten montieren und sorgt für sicheren Halt des Kennzeichens. Fotos: W&W, handout/HotSwop

Johannes Baurenhas aus Dornbirn hat eine schlaue Kennzeichenhalterung für Motorräder entwickelt.

„Ich habe drei Kollegen, mit denen ich seit Jahren Motorrad fahre und an den Maschinen bastle. Als ich mir dann mein drittes Bike angeschafft habe, nervte mich das mühsame Wechseln des Kennzeichens immer mehr. Wenn man außerdem mit der Enduro im Gelände unterwegs ist, muss man das Kennzeichen abmontieren, sonst braucht man alle zwei Wochen eine neue Halterung“, erklärt der gebürtige Bregenzerwälder.

Magnetic-Tight-Fit-System

Johannes ist Angestellter bei Omicron und hat so immer wieder mit Hightech-Materialien zu tun. „Zu dieser Zeit haben wir gerade mit einem sehr modernen Magnetic-Tight-Fit-System gearbeitet und so bin ich auf die Idee für den Hot­Swop gekommen. Ein normaler Verschluss würde mit der Zeit brechen, Schrauben leiern aus. Der Magnet hält Schläge aus, ist temperatursicher und da Fassung und Gegenstück perfekt ineinander passen, hält das Kennzeichen bombensicher“, so der Tüftler. Da er zu dieser Zeit gerade privat einen 3D-Drucker gekauft hatte, stand der Entwicklung des HotSwop nichts mehr im Wege.

„Alles aus Vorarlberg“

Besonders wichtig war Johannes auch, dass er keine Teile aus China oder anderen Billiglohnländern importiert. „Es ist zwar natürlich etwas teurer, aber in Vorarlberg ist ja alles da und kann in hoher Qualität hergestellt werden. Natürlich kommen manche Materialien nicht zu hundert Prozent aus dem Ländle“, räumt er ein. „Wir verwenden eine High-Tech-Aluminiumlegierung, die auch im Flugzeugbau zum Einsatz kommt. Dadurch ist das Ding so gut wie unzerstörbar. Für die Käufer ist das natürlich super, aber für den Absatz war es vielleicht etwas ungeschickt (lacht).“

Nicht an Verkauf gedacht

Eigentlich hatte Johannes bei der Entwicklung überhaupt nicht im Sinn, seine Kennzeichenhalterung später auch zu verkaufen. „Ich habe sie für meine Kumpels und mich gemacht. Als wir dann mit dem HotSwop beim Erzbergrodeo dabei wahren, haben andere Rider gefragt, was wir da hätten und wo man das bekommen könne. Ich habe einem Biker aus Deutschland dann fünf Stück geschickt – eine Woche später wollte er 30 Stück, für seinen gesamten Enduro-Club“, erinnert sich der 28-Jährige.

Nachtschicht in der Garage

Noch sei die Firma von Johannes etwas spartanisch organisiert. „Meine Freunde waren von Anfang an dabei und stehen stets parat, wenn wiedermal eine große Bestellung ansteht und rasch ausgeliefert werden sollte. Auch meine Freundin steht voll dahinter und unterstützt mich, wo sie kann. Wenn dann ein Händler 800 Stück bestellt, heißt das wieder eine Woche Nachtschicht in der Garage. Produktion, Qualitätsprüfung, Verpackung und Versand passiert sozusagen auf einer Fertigungslinie, die aus zwei Biertischen besteht.“ Dennoch kann sich der Erfolg des HotSwop, der für ein Motorrad ab 49,90 Euro erhältlich ist, bereits jetzt sehen lassen: „Das Feedback von Ridern und auch ein Test in einem Motorrad-Magazin sind hervorragend. Wir tüfteln bereits an weiteren Produkten“, sagt Johannes.

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