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„Spürte endlich das Heimatgefühl“

Kathrin Grabher (30) ist auf die Philippinen ausgewandert. W&W erzählt sie von ihrem Leben im pazifischen Inselparadies.

Kathrin habe schon sehr früh bemerkt, dass es sie aus Vorarlberg wegzog: „Grund dafür war wohl meine erste Fernreise nach Kanada – dort habe ich realisiert, wie viel es auf der Welt eigentlich noch zu sehen gibt“, erzählt sie. Sie habe dann viele Reisen in verschiedene Länder gemacht, aber: „Die Auslandsreisen waren mir dann irgendwann zu wenig. Fürs Studium bin ich nach Wien gezogen und anschließend nach Schladming, um mein Hobby, das Snowboarden, zum Beruf zu machen. Aber auch die Berge machten mich am Ende nicht mehr zu hundert Prozent glücklich. Dafür wurde das Bedürfnis, am Ozean zu leben und jeden Tag surfen gehen zu können, immer größer. Nachdem ich Indonesien, die Atlantikküste, Marokko, Zentralamerika etc. auf meiner Liste abgehakt hatte, hab ich mir die Philippinen näher angeschaut. Ich war damals 26 und als Halb-Filipina noch nie in meiner zweiten Heimat“, erinnert sich die heute 30-Jährige.

„One-Way Ticket“

„Ich kündigte also Job und Wohnung, trennte mich von meinem Freund, packte Laptop, Surfboard und Rucksack und machte mich mit einem One-Way Ticket auf in Richtung Philippinen – nach Siargao um genau zu sein, da diese Insel als die ,Surfing-Hauptstadt der Philippinen‘ tituliert wurde. Mit meinem ersten Schritt auf philippinischem Boden spürte ich endlich das Heimatgefühl, das ich davor in Österreich nie wirklich hatte.“

Wellen checken

Der Tagesablauf von Kathrin ist komplett auf das Surfen ausgerichtet: „Der Wecker geht um 4.45 Uhr, damit ich vor meiner Arbeit in einem Surfunternehmen noch zwei Stunden surfen kann“, erklärt sie. „Nach der Arbeit im Büro steht entweder nochmal Wellen checken an, ich mache Yoga, Meditation oder gehe zum Surf-Workout ins Fitnesstudio. Später gibt es dann oft noch einen Sunset-Surf oder Drink mit Freunden und dann Abendessen in der WG oder in einem der zahlreichen Restaurants. Dann geht es meistens auch schon gegen 9 Uhr ins Bett, weil ja am nächsten Morgen um 4.45 Uhr wieder der Wecker klingelt.“

„Filipino Time“

Die Menschen auf den Philippinen seien sehr herzliche und fröhliche Menschen. Dennoch sollte man sich auf einige Dinge einstellen, wenn man das tropische Inselparadies besuchen möchte: „Hier werden die Dinge auf Philippino-Art gemacht. Sturmregen, überflutete Straßen, Unpünktlichkeit, das ist die ,Filipino Time‘, usw. stehen an der Tagesordnung. Auch sollte man sich je nachdem, wo auf den Philippinen man ist, über die Regenzeit erkundigen. Wenn es regnet, dann heftig – Tropenstürme bzw. Taifune sind dann auch nicht mehr weit“, berichtet Kathrin aus Höchst über den aus mehr als 7600 Inseln bestehenden Staat im Westpazifik, in dem über 100 Millionen Menschen leben.

<p class="caption">Kathrin Grabher ist auf dem Surfboard in ihrem Element.  Fotos: handout/privat, Anita Fuchs</p>

Kathrin Grabher ist auf dem Surfboard in ihrem Element.  Fotos: handout/privat, Anita Fuchs

<p class="caption">Surfsessions in den frühen Morgenstunden oder am Abend sind bei der ausgewanderten Höchsterin an der Tagesordnung.</p>

Surfsessions in den frühen Morgenstunden oder am Abend sind bei der ausgewanderten Höchsterin an der Tagesordnung.

Zur Person

Name/Alter: Kathrin Grabher
Herkunft/Wohnort: Höchst/Siargao (Philippinen)
Beruf: Art Director, Projekt Manager, Designer beim Surfunternehmen Kudosurf
Hobbys: Surfen, Snowboarden, Reisen, Lachen