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„Unsere Gedanken sind bei den Opfern“

Die verheerenden Brände in der Nähe von Athen forderten mindestens 88 Opfer. Fotos: APA

Die verheerenden Brände in der Nähe von Athen forderten mindestens 88 Opfer. Fotos: APA

Brände in Griechenland: Wolfgang Verocai hat sich für W&W in der griechischen Bevölkerung umgehört und Atromitos Athen Fußballtrainer Damir Canadi spricht große Bestürzung aus.

Die Bilder der verheerenden Brandkatastrophe gingen um die Welt: Vergangene Woche bestätigte die Regierung in Athen den Verdacht der Brandstiftung. Stimmen in der Bevölkerung gehen sogar so weit, dass wirtschaftliche Interessen für das dramatische Ereignis verantwortlich sein könnten. „Hinter vorgehaltener Hand hoffen die Menschen in Griechenland, dass die Brände nicht aufgrund wirtschaftlicher Interessen bzw. billigen Baugründen gelegt wurden“, erzählt Musiker Wolfgang Verocai, der sich für WANN & WO in der Bevölkerung Griechenlands umgehört hat. Nach den Worten eines griechischen Regierungspolitikers könnte dies aber durchaus der Fall sein: „Es gibt Indizien, die uns zu diesen Gedanken führen“, sagte der stellvertretende Minister für Bürgerschutz vergangene Woche. Details wollte er nicht nennen.

Zahl der Opfer löste
große Bestürzung aus

Verocai: „Für die Menschen hier sind Waldbrände nichts Ungewöhnliches, aber die Zahl der Todesopfer löste große Bestürzung und Trauer aus. Hier im Noden, wo ich mich befinde, besteht keine Gefahr. Die Temperaturen sind niedriger als üblich, es hat auch geregnet und die Landschaft ist viel grüner als sonst um diese Zeit. Die Menschen hier hoffen aber, dass die Brände nur durch die extreme Trockenheit und die hohen Windgeschwindigkeiten entstanden sind“, berichtet der Lustenauer. Auch das Fußball-Team Atromitos Athen ist sehr bestürzt über die Katastrophe. Ihr Trainer Damir Canadi, der ehemalige SCR Altach-Coach, war mit seiner Mannschaft vergangenen Montag noch vor Ort und hat den Brand voll mitbekommen. „Jetzt sind wir gerade unterwegs, aber am Montag waren wir noch vor Ort und haben das Feuer in der Nähe von Athen gesehen. Das ist eine äußerst traurige Geschichte, gerade die Menschen in und um Athen haben sowieso schon einiges mitgemacht. Vergangenes Jahr war es die Flutkatastrophe, jetzt ist es der Brand“, zeigt sich der ehemalige SCRA-Coach bestürzt. Die Gesamtsituation für die Einheimischen sei gerade nicht einfach. „Für die Griechen ist es furchtbar und es ist tragisch zu sehen, wie teils kleine Kinder alleine umherirren, um von den Helfern vor Ort gerettet zu werden. Szenen von Katastrophen wie dieser sind immer tragisch. Menschen verlieren ihr Hab und Gut. Auch seine Mannschaft sei tief betroffen. Deshalb haben auch wir als griechische Mannschaft ein Statement für die Menschen in und um Athen verfasst. Unsere Gedanken sind natürlich bei den Opfern“, so Damir Canadi. Beeindruckend sei aber der Zusammenhalt. „Das ist das, was die Griechen letztendlich ausmacht! Sie halten immer zusammen, auch in schwierigen Zeiten!“

<p class="caption">Die Rettungskräfte versuchten, das Feuer schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen.</p>

Die Rettungskräfte versuchten, das
Feuer schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen.

<p class="caption">Ein Bild des Grauens: Viele Menschen haben in den Flammen alles verloren.</p>

Ein Bild des Grauens: Viele Menschen haben in den Flammen alles verloren.

<p>W. Verocai</p>

W. Verocai

<p>D. Canadi</p>

D. Canadi