Die Zahl der Drogenlenker auf Vorarlbergs Straßen nimmt zu

Die Polizei kontrolliert seit 2017 verstärkt auf Drogenlenker. Im Bild: Großkontrolle in Bregenz.  Fotos: VOL.AT/Rauch, KFV, Russmedia, Heinzle/Nagel Rechtsanwälte

Die Polizei kontrolliert seit 2017 verstärkt auf Drogenlenker. Im Bild: Großkontrolle in Bregenz.  Fotos: VOL.AT/Rauch, KFV, Russmedia, Heinzle/Nagel Rechtsanwälte

In diesem Jahr zog die Vorarlberger Exekutive bereits 100 drogenbeeinträchtigte Fahrzeuglenker aus dem Verkehr. Das sind fünfmal mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres!

Die Polizei fischt immer mehr drogenbeeinträchtigte Fahrzeuglenker aus dem Straßenverkehr. Alleine am vergangenen Wochenende wurden 26 Personen in alkohol- und/oder drogenbenebeltem Zustand angehalten. „Wir vermerken eine sehr starke Zunahme der beeinträchtigten Fahrzeuglenker“, teilt Peter Rüscher, Leiter der Verkehrsabteilung der LPD Vorarlberg, auf WANN & WO-Anfrage mit. Der Oberstleutnant fügt hinzu: „In diesem Jahr haben wir bereits 100 Drogenlenker gestoppt. Meist handelt es sich bei den Personen um junge Männer. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch etwa 20!“ Rüscher führt die steigenden Erfolge der Polizei auf bessere Rahmenbedingungen der Exekutive sowie besser ausgebildete Beamten zurück. „Im Frühjahr wurde eine größere Anzahl von Polizisten speziell für die Erkennung suchtgiftbeeinträchtigter Lenker ausgebildet. Seither werden diese Beamten auch regelmäßig bei Schwerpunktkontrollen eingesetzt.“

„Rechtsstaatliche Probleme“

Da für Drogendelikte im Straßenverkehr im Gegensatz zu Alkohol keine Grenzwerte existieren, ist bei den Kontrollen immer auch ein Amtsarzt anwesend, der die Fahrtauglichkeit des Lenkers untersucht. Der Bregenzer Anwalt Dr. Gebhard Heinzle sieht hier allerdings mehrere „rechtsstaatlliche Problembereiche“: „Zum Polizeiarzt kommen nur Personen, bei denen im Harn Substanzen nachgewiesen wurden, oder die den Harntest ,verweigert‘ haben. Der Arzt kann daher gar nicht mehr objektiv sein. Diagnostiziert der Arzt eine Fahruntüchtigkeit, wird sofort der Schein abgenommen und ,das volle Programm‘ ausgelöst. Das Ergebnis der Blutanalyse wird nicht abgewartet.“ Es gebe auch keine objektiven Testverfahren, so Heinzle weiter: „Der Ablauf der Untersuchung obliegt dem subjektiven Belieben des Arztes. Speziell bei Cannabis – der am häufigsten festgestellten Substanz neben Alkohol – werden oft Werte unter 2 ng/ml gemessen. Die berauschende Wirkung von Cannabis klingt nach spätestens sechs Stunden ab. Trotzdem kann im Blut noch 48 Stunden später aktives THC vorhanden sein. Schon lange diskutieren Experten Grenzwerte, ich zweifle aber daran, dass diese auch bald eingeführt werden.“ Abschließend betont der Jurist aber ganz klar: „Niemand darf berauscht ein Kfz lenken – egal, ob unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.“

<p class="caption">Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Klärung des Sachverhalts. Symbolfoto: VOL.Live</p>

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Klärung des Sachverhalts. Symbolfoto: VOL.Live

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              Gebhard Heinzle
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Gebhard Heinzle

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