Was macht Gewalt in der Erziehung?

Der Schutz vor Gewalt an Kindern ist gesetzlich verankert. Symbolfoto: Sams

Der Schutz vor Gewalt an Kindern ist gesetzlich verankert. Symbolfoto: Sams

Jegliche Form von Gewalt – ob körperlich oder psychisch – hinterlässt Spuren bei Kindern und Jugendlichen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation stellt Gewalt eine Form von Misshandlung dar und ist somit „ein bedeutsames Risiko für die gesunde und emotionale Entwicklung eines Kindes bis zum Erwachsenenalter“.

„Gesunde Watsche“?

Seit fast 30 Jahren ist Gewalt in der Erziehung in Österreich gesetzlich verboten. Obwohl mittlerweile rund 90 Prozent aller Eltern eine gewaltfreie Erziehung anstreben, gehört die Ohrfeige dennoch bei fast der Hälfte aller Eltern zum Erziehungsalltag dazu. Oft hört man Sätze wie „eine gesunde Watsche hat noch niemandem geschadet“ und „aus mir ist trotzdem etwas geworden“. Erschreckend ist zu beobachten, dass auch Kinder und Jugendliche diese Erziehungsmaßnahme als „normal“ erleben und sich aus diesem Grund lange niemandem anvertrauen.

Schuld- und Schamgefühle

Kinder und Jugendliche erleben Gewalt als besonders bedrohlich und als einen schweren Eingriff in das Gefühl der eigenen Sicherheit, da sie auf Schutz und Geborgenheit durch Erwachsene angewiesen sind. Handelt es sich dabei um nahestehende Bezugspersonen, verhalten sich betroffene Kinder und Jugendliche loyal gegenüber diesen und entwickeln häufig Schuld- und Schamgefühle.

Kinder ernst nehmen

Unterschätzt wird, dass die psychische ebenso wie die körperliche Gewalt große Auswirkungen auf die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hat. Drohen mit Liebesentzug, ignorieren und nicht mehr mit dem Kind sprechen sowie bloßstellen und abwerten können zu Verlustängsten, Verhaltensauffälligkeiten oder körperlichen Beschwerden führen. Dies erschwert oft, dass sich betroffene Kinder und Jugendliche außenstehenden Personen anvertrauen. Umso wichtiger ist es, dass Verdachtsmomente und Aussagen von Kindern und Jugendlichen ernst genommen werden. Es ist wichtig, nicht die Augen zu verschließen, sondern aktiv Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen.

INFOS


Anfragen können vertraulich
gestellt werden an:

ifs Kinderschutz 05 1755 505 oder
kinderschutz@ifs.at
Kinder- und Jugendhilfen der
Bezirkshauptmannschaften


Eine Übersicht über alle Angebote
findet man auf der Homepage des
Landes Vorarlberg unter:
www.vorarlberg.at/kinderschutz

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