Er ist alles, was nicht typisch ist

Seine Tattoos ziehen die Blicke der Menschen auf sich. Fotos: handout/Nandino Brändle

Seine Tattoos ziehen die Blicke der Menschen auf sich. Fotos: handout/Nandino Brändle

Nandino Brändle (30) aus Götzis ist vieles, nur nicht langweilig. Egal ob Stricken, Pole-Dance oder jemandem eine Haar-Verlängerung machen – er probiert die skurrilsten Dinge.

Zusammen mit seinem Stiefvater leitet Nandino derzeit ein Fitness­studio in Götzis. Doch der 30-Jährige hat schon einiges ausprobiert und für sich entdeckt. „Wo soll ich anfangen? Ich glaube, mich kann man für alles begeistern. Das beste Beispiel: Ich habe schon Haar-Extensions gemacht oder mit meiner Oma Stricken gelernt. Die fand das übrigens total cool. Dinge, die nicht ‚typisch‘ sind, möchte ich ausprobieren“, erklärt Nandino Brändle gegenüber WANN & WO. Sein Leben teilt er gerne auf Instagram, „egal ob es interessant ist, oder nicht.“

Gute Figur an der
Pole-Dance-Stange

Besonders auffallend: Auf seinem Profil entdeckt man, wie Nandino auch an der Pole-Stange eine gute Figur macht. „Ich fand das Akrobatische daran total cool, weniger das Tänzerische. Deshalb habe ich es einfach ausprobiert und ich glaube, ich stelle mich gar nicht so ungeschickt an (lacht).“ Für ihn gibt es immer etwas zu tun. Im Moment sind seine Leidenschaft eigens kreierte Papier-Figuren, die teilweise um die 30 Stunden Arbeit in Anspruch nehmen. „Die Hülle errechne ich mir am Computer mit geometrischen Formen. Die drucke ich dann in A4 aus und baue die Figur zusammen.“ Doch das ist bei Weitem nicht alles. Er ist auch im Slackline Verein Vorarl­berg tätig und lehrt Kinder das Slacken. „Kurz danach habe ich auch das Highlinen über Schluchten für mich entdeckt. Vor zwei Jahren war ich sogar mit Hängematte und Gurtband in Brasilien. Auch in luftigen Höhen fühle ich mich wohl.“ Rein zufällig kam er zum Mountain-Board-Fahren und erreichte wenig später den 2. Platz bei den deutschen Meisterschaften im Freestyle. „Ich war auf der Dornbirner Messe und habe dort eine Mountain-Board-Show gesehen. Ich wollte unbedingt auch fahren, nur hat sich das an dem Tag leider nicht mehr ergeben. Ich kam mit den Typen aber ins Gespräch und habe diese zwei Wochen später besucht und bin so irgendwie zu den Meisterschaften gekommen“, so Nandino.

„Viele sehen
einen Kiffer in mir“

Nicht zu übersehen: Die Hanf-Tattoos auf Nandinos Körper. „Viele würden jetzt irgendwas erwarten, aber das Motiv gefällt mir einfach. Natürlich waren zuerst alle schockiert, aber mir ist egal, was andere über mich denken. Die Reaktionen, die ich damit auslöse, sind einfach geil. Man hat gleich Vorurteile oder ein gewisses Bild von jemandem im Kopf – viele sehen einen Kiffer in mir. Man wird total unterschätzt und das gefällt mir, ich kann den Leuten beweisen, dass es nicht so ist und man nicht sofort Vorurteile haben sollte.“

Skurrile Zufälle

Besonders skurrile Zufälle gab es im Leben des 30-jährigen Götzners öfters. So kam es, dass er sogar eine Zeit lang Berufssoldat war. „Bei meiner Musterung wurde mir scheinbar einfach nicht gesagt, dass ich einen Antrag abgeben muss, wenn ich mich für den Zivildienst entscheide. Drei Jahre später bekam ich einen Brief – ich musste einrücken. Nach drei Wochen habe ich mich dann für drei Jahre verpflichtet, es hat mich einfach interessiert. Nur habe ich dann frühzeitig wieder abgebrochen, weil ich nicht aus Vorarlberg weg wollte.“ Nandino Brändle aus Götzis– ein verrückter Typ, der für fast alles zu begeistern ist. „In den vergangenen Jahren bin ich sicherlich etwas ruhiger geworden, aber ich bin total zufrieden mit meinem Leben und werde weiterhin alles ausprobieren.“

<p class="caption">Der Götzner mit einer seiner selbstgemachten Papierfiguren.</p>

Der Götzner mit einer seiner
selbstgemachten Papierfiguren.

<p class="caption">Nandino fand Pole-Dance einfach cool und probierte es aus.</p>

Nandino fand Pole-Dance einfach cool und probierte es aus.

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