Dingedie in Vorarlberg einfach anders laufen

Das soll eine Sackgasse sein?! Foto: W&W

Das soll eine Sackgasse sein?! Foto: W&W

„Servus, Grüß dich … Heil?!“

Als „Piefke“ ist es praktisch unmöglich, bei dieser Begrüßung mit dem „H-Wort“ nicht zusammenzuzucken. Auch wenn es natürlich überhaupt nichts mit der NS-Zeit zu tun hat – für Deutsche ist es einfach undenkbar, sich in diesem Vorarlberg-Stil zu begrüßen oder zu verabschieden. Dafür kennt hier niemand das auf den Tisch klopfen, als Begrüßung an alle gleichzeitig.


Weißer Tetrisstein
auf blauem Grund?

Jaja, das Autofahren. Als Deutscher hört man nicht selten bissige Kommentare über den eigenen Fahrstil (auch wenn heimlich eh alle auf die Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen neidisch sind). Aus „Piefke“-Sicht stehen die deutschen Fahrkünste den österreichischen natürlich in nichts nach. Okay, fast nichts: Denn manche Straßenschilder gibt es so in Deutschland einfach nicht. Und dann lernt man, dass ein weißer Tetrisstein auf blauem Grund Sackgasse bedeutet, wenn … genau: Man schon reingefahren ist und die Straße plötzlich endet.


Trenn dich –
aber richtig!

Wenn jemand mit ratlosem Blick in Vorarlberg vor dem Mülleimer steht, dann ist er mit Sicherheit ein „Piefke“. Denn wohin soll er bitte die Konservendose werfen? In Deutschland wäre sie ein Fall für den gelben Sack, in Vorarlberg gehört sie ins Altmetall. Das ist ja noch einfach. Aber was ist zum Beispiel mit Alufolie? Zählt die schon zum Altmetall? Und muss man den Deckel vom Joghurt jetzt eigentlich getrennt vom Plastikbecher entsorgen?


Die Sache mit
dem Brot


Die Deutschen und ihr Brot, eine innige Liebesbeziehung. Es gibt nicht nur unglaublich viele verschiedene Arten (das deutsche Brotregister zählt ganze 3200 Brotspezialitäten auf), sondern auch jede Menge verschiedene Bezeichnungen: Stulle, Schnitte, Knefte, Bemme … Und das Gleiche dann noch einmal für die Brötchen: Schrippe, Semmel, Weck … Auch wenn es gefühlt Dutzende Bezeichnungen gibt, den Deutschen ist immer klar, ob nun Brot oder Brötchen gemeint ist. Nicht so in Vorarlberg. Da schwitzen die „Piefke“ über dem Wort „Brötle“ auf der Einkaufsliste: Sollen sie nun einen ganzen Laib Brot oder ein paar Brötchen mitbringen?


„Ich war noch
nie in Wien“

Als „Piefke“ in Vorarlberg hat man nicht nur vor Ort hin und wieder Verständigungsschwierigkeiten – sondern auch in der alten Heimat. Denn eigentlich weiß etwas weiter hinter der Grenze niemand, wo man da denn nun genau hingezogen ist. Das merkt man spätestens dann, wenn Freunde zu Besuch kommen wollen: „Da können wir ja einen Abstecher nach Wien machen, da war ich noch nie! Das ist doch in der Nähe, oder?“ Ähm, nein.

<p class="title">Mülleimer benutzen</p><p>Ja, es ist tatsächlich so simpel, wie es klingt. Wenn gerade kein Kübel in der Nähe ist, eben einstecken oder in der Hand halten, bis man den nächsten erreicht. Für Raucher gilt: Zigarettenstummel nicht auf den Boden werfen! Denn bis die vollständig verrotet sind, kann es ganze 15 Jahre dauern. Die Lösung heißt Taschenaschenbecher.</p>

Mülleimer benutzen

Ja, es ist tatsächlich so simpel, wie es klingt. Wenn gerade kein Kübel in der Nähe ist, eben einstecken oder in der Hand halten, bis man den nächsten erreicht. Für Raucher gilt: Zigarettenstummel nicht auf den Boden werfen! Denn bis die vollständig verrotet sind, kann es ganze 15 Jahre dauern. Die Lösung heißt Taschenaschenbecher.

<p class="caption">Brötle, Brot oder Brötchen?  Symbolfoto: dpa</p>

Brötle, Brot oder Brötchen?  Symbolfoto: dpa

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