Ärztekammer: „Breiter Einsatz medizinisch nicht gerechtfertigt“

Auf WANN & WO-Anfrage teilte die Vorarlberger Ärztekammer zum Einsatz von Cannabis in der Medizin mit: „Der Einsatz von Cannabinoiden in der Schmerztherapie ist seit vielen Jahren ein Thema in der klinischen Forschung. In der Medizin findet vor allem der Wirkstoff THC (Tetra-Hydro-Cannbinol) Anwendung. Die Verschreibung dieses Medikaments, das in Tropfenform (z.B. Dronabinol) oder auch als Nasenspray (Sativex) eingesetzt wird, fällt unter das Suchtmittel-Verschreibungsgesetz. Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse, oft ist die schmerzlindernde Wirkung nur geringfügig besser als nach Einnahme eines Placebos. Dazu kommt die Tatsache, dass viele Patienten die Cannabis-Medikation aufgrund von Nebenwirkungen (Halluzinationen, Wesensveränderungen etc.) absetzen. Trotz interessanter Wirkansätze bleiben Cannabinoide somit Reserve-Medikamente für Patienten, die auf bewährte Behandlungsmethoden nicht ansprechen. So kann ein Einsatz bei hartnäckigen Nervenschmerzen erwogen werden. Auch bei chronischer Schmerzkrankheit wird THC bei ausgewählten Patienten gelegentlich verordnet. Ein breiter Einsatz als ,Schmerzmittel‘ oder die Verwendung von Hanfprodukten, die als Nahrungsergänzungsmittel in sogenannten Hanfläden vertrieben werden, ist aus medizinischer Sicht nicht gerechtfertigt und wissenschaftlich nicht belegt.“

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