„Schule muss Spaß machen“

Die Jugendlichen sind top motiviert, unser Bildungssystem zu reformieren.  Fotos: handout/LSV

Die Jugendlichen sind top motiviert, unser Bildungssystem zu reformieren.  Fotos: handout/LSV

Am 6. Dezember findet das Schulparlament statt. W&W hat sich mit der Landesschulvertretung über ihre Verbesserungs­vorschläge unterhalten.

„Der Weg zum Rednerpult kam mir viel zu lange vor. Alle Augen sind auf dich gerichtet und du weißt, du hast die volle Aufmerksamkeit von jedem im Raum“, so erinnert sich Anna an ihr erstes „Schüler im Parlament.“ (Sip) „Das Sip ist am Anfang sehr einschüchternd, doch nach dem ersten Antrag ist die Aufregung vorrüber“, erzählt sie weiter. Anna ist Teil der Landesschulvertretung (LSV). Gemeinsam mit ihrem Team, setzt sie sich für mehr Mitspracherecht in der Schule und für ein faires Bildungssystem ein. Die Landesschulvertretung, ist ein Sprachrohr für Schüler, die etwas zu sagen haben oder verändern möchten. Jedes Jahr organisieren sie das Schulparlament, das Schülern die Möglichkeit gibt, ihre Anliegen zu präsentieren und darüber abstimmen zu lassen. All das findet im Landtag in Bregenz statt. An dem Ort, wo sonst unsere Politiker über Gesetze bestimmen.

Politische Bildung
als Pflichtfach

Ein Antrag, der beinahe jedes Jahr gefordert wird, ist politische Bildung als Pflichtfach. Leonie, Landeschulsprecherin der Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen (BMHS), meint gegenüber W&W: „Die Schule ist der Ort, an dem sich Jugendliche für später vorbereiten sollen. Politik und Meinungsbildung müssen mehr Platz im Unterricht bekommen, genau das möchten wir erreichen.“ Die Jugendlichen arbeiten hart und konsequent an ihrem Ziel, das Bildungssystem zu verbessern. „Auf Landesebene ist das nicht immer leicht, weil wichtige Entscheidungen bundesweit getroffen werden“, erzählt Nina, Landesschulsprecherin der Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) gegenüber W&W. Um Vorarlbergs Schülern trotzdem zur Seite zu stehen, erarbeiten sie verschiedene Projekte. Eines davon kämpft gegen Diskriminierung an Schulen. Gemeinsam mit der Initiative für Bildungswesen, hat die diesjährige Landesschulvertretung eine Plattform erstellt, bei dem Betroffene anonym von ihren diskriminierenden Erfahrungen berichten können. Diese werden schlussendlich gemeinsam mit dem Landesschulrat besprochen.

Lob an diesjährige LSV

Auch LH Wallner äußert sich sehr positiv über das Engagement der Jugendlichen: „Den Schülern gebührt große Anerkennung für ihre Bereitschaft, sich in die Politik einzubringen“, sagt Wallner. „Der Input der jungen Generation ist jedenfalls wertvoll und wird gehört“, führt er weiter aus.

Talente mehr fördern

„Unser ganzes Schulsystem baut darauf auf, auf unseren Schwächen herumzuhacken und nicht unsere Talente zu fördern. Das erzeugt Druck, Angst und Verzweiflung bei Schülern. Man kann nicht einmal in Ruhe krank sein, ohne sich zu fragen, wieviel man nachlernen muss.“, erzählt Leonie ganz offen gegenüber W&W. „Solange nicht alle Schüler gerne in die Schule gehen, läuft etwas falsch. Schule kann soviel mehr als das, was sie jetzt bietet“, ergänzt Anna. Es soll das Ziel von allen werden, das Bildungssystem so zu reformieren, dass Schule Spaß macht. Deswegen ist das Sip wichtig“, meint Anna.

<p class="caption">W&W-Praktikant Lukas profitiert von den Tipps der Landesschulvertretung. Fotos W&W</p><p class="caption" />

W&W-Praktikant Lukas profitiert von den Tipps der Landesschulvertretung. Fotos W&W

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