„Das Wohl der Tiere ist uns wichtig“

WANN & WO-Redakteur Harald Küng im Gespräch mit Sigi (links) und Sebastian Allgäuer. 140 Kühe befinden sich auf dem Hof der Familie Allgäuer. Die Tiere haben ausreichend Auslauf, Nahrung und Wärme. Fotos: Sams

WANN & WO-Redakteur Harald Küng im Gespräch mit Sigi (links) und Sebastian Allgäuer. 140 Kühe befinden sich auf dem Hof der Familie Allgäuer. Die Tiere haben ausreichend Auslauf, Nahrung und Wärme. Fotos: Sams

In einer neuen Serie stellt WANN & WO mehrere Landwirtschaftsbetriebe im Land vor, die in Sachen Tierhaltung und Regionalität neue Wege beschreiten. Zum Start: Ein Lokalaugenschein auf dem Hof der Familie Allgäuer.

Die Kühe muhen zufrieden im Stall, der Hund des Hofs begrüßt uns schwänzelnd. Sigi und Sebastian Allgäuer erwarten uns bereits. Das Thema Kälbertransporte ist auch an ihnen nicht spurlos vorübergegangen und sorgt bei ihnen nur für Kopfschütteln: „Wir haben uns bereits vor 15 Monaten, noch bevor die erste Schreckensmeldung durch die Medien ging, gefragt, was wir in unserem Betrieb ändern können, um den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen und den Kunden beste Qualität bieten zu können“, erklärt uns Sigi Allgäuer. Die Lösung der Landwirte besteht aus mehreren Ansätzen: „Wir setzen auf Direktvermarktung, kurze Transportwege, Regionalität, Qualität und Transparenz. Wir arbeiten unter anderem mit regionalen Gastropartnern, namentlich das Schützenhaus Feldkirch, das Gasthaus Stern in Bangs und der Rankweiler Hof. Sie bestellen in halben Kälber, geschlachtet werden die Tiere in Brederis, vakuumiert und zerlegt in Satteins. Private erhalten bei uns zudem 5-Kilo-Mischpakete.“ Durch die kurzen Strecken wird den Tieren unnötiges Leid erspart und die Kühlkette bleibt jederzeit aufrecht.“

„Leute schätzen Qualität“

Wir spazieren durch den Hof, werfen einen Blick in die Stallungen. die Tiere sind ruhig, haben Auslauf, ausreichend Futter, Wasser und Wärme. Neugierig marschiert ein junger Stier auf uns zu und gesellt sich in die Runde. „Es ist uns sehr wichtig, dass es den Tieren gut geht – doch das ist natürlich alles mit harter Arbeit verbunden. Aber es funktioniert und macht sehr viel Spaß“, übernimmt Sebastian Allgäuer, seit 2014 Leiter des Betriebs, das Wort und fügt hinzu: „Die Leute schätzen die Qualität und erkennen den Mehrwert, der sich ihnen bietet. Das Feedback ist entsprechend gut. Für uns ist es toll, wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt.“

„Schwierige Lage im Land“

Die umstrittenen Kälbertransporte aus Vorarlberg ins EU-Ausland und darüber hinaus hätten dazu geführt, dass „Bauern in Vorarlberg pauschal verurteilt und in ein schlechtes Licht gerückt werden“, kritisiert Sebastian Allgäuer weiter: „Es reden sehr viele Leute mit, die von der Thematik eigentlich überhaupt keine Ahnung haben und schimpfen über die Landwirte. Doch hier spielen viele Faktoren eine Rolle: Die Milchwirtschaft in Vorarlberg befindet sich allgemein in einer schwierigen Situation. Es wird viel über Nachhaltigkeit gesprochen, doch dazu fehlen bislang richtige Lösungsansätze. Die Landwirte können auch nur nachhaltig agieren, wenn sich ihre Kosten decken. Dazu kommt der Preiskampf mit den Supermarktketten.“ Abschließend appelliert der 29-jährige Landwirt auch an die Konsumenten im Land: „Der Kunde hat es buchstäblich in der Hand, mit dem Griff ins Regal die Lage zu steuern.“

<p class="caption">Sigi Allgäuer</p>

Sigi Allgäuer

<p class="caption">Sebastian Allgäuer</p>

Sebastian Allgäuer

„Die Landwirte können nur nachhaltig ­agieren, wenn sich auch ihre Kosten decken.“ Sebastian Allgäuer

Info


Allgäuer Agrar KG

Landwirtschaft – Energie – ­Landesprodukte

Sebastian und Florian Allgäuer

Ketschelenstraße 66, Feldkirch Gisingen

E-Mail: sebastian@allgaeuer.at

Die Allgäuer Agrar KG produziert Kartoffeln und Gemüse nach den Richtlinien des Ländle Gütesiegels, welche er vorwiegend im Hofladen (Selbstbediengung – 24 Stunden geöffnet) sowie über die „Gmüas Kischta“ der Rheintaler Feldfrüchte eGen, welche an diversen Standorten in Vorarlberg zu finden sind, vermarktet. Außerdem im Hofladen erhältlich: Ländle Eier sowie Rindfleisch und Wurstwaren. Die Produkte der Familie Allgäuer sind auch in den Vorarlberg Milch Lädele und zu finden.

Gastropartner:

Schützenhaus Feldkirch (Jürgen Lang)

Stern, Feldkirch-Bangs (Michael Lang)

Rankweiler Hof, Rankweil (Roland Vith)