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Helfen statt in den Müll werfen

Stefanie und Lea sind gleich doppelt glücklich: Über den neuen Haarschnitt und über das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Foto: W&W/Förtsch

Stefanie und Lea sind gleich doppelt glücklich: Über den neuen Haarschnitt und über das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Foto: W&W/Förtsch

Nicht nur Haare schneiden, sondern dabei noch kranken Kindern helfen: Lea und Stefanie haben ihre Zöpfe gespendet.

Die Maschine surrt, die Klingen kommen Lea Grabherrs langen Zöpfen immer näher, der Apparat heult kurz metallisch auf – und innerhalb von Sekunden sind die Haare der Lauteracherin abgeschnitten. Die Szene entstammt nicht dem obligatorischen Umstyling zu Beginn jeder „Germany’s Next Topmodel“-Staffel, sondern einer sinnvollen Aktion: Lea hat ihre Haare für Kinder und Jugendliche gespendet, die etwa an Krebs erkrankt sind und ihre eigenen Haare verloren haben. Möglich macht das der Verein „Die Haarspender“.

Geplant war anfangs
nur Spitzen schneiden

Ein solcher Schritt ist gut überlegt – möchte man meinen. „Ich habe mich ziemlich spontan dazu entschieden“, erzählt die 15-Jährige W&W lachend. „Eigentlich wollte ich an dem Tag im vergangenen Juli nur meine Spitzen schneiden lassen. Aber ich hatte schon oft Werbung für die Aktion gesehen und da meine Haare zu dem Zeitpunkt eh total dick und schwer waren und es noch dazu ein sehr heißer Sommer war, habe ich spontan gesagt: Ab damit und spenden!“ Ein bisschen feucht wurden die Augen dann aber doch, erinnert sich Lea. Schließlich reichten ihre Haare damals bis zum Steiß.

Jedes Jahr radikaler Schnitt

Tougher war da schon Haarspenderin Stefanie Kollra. Kein Wunder, sie lässt ihre Haare schon seit Langem das Jahr über wachsen und dann einmal auf Kinnlänge abschneiden. „Ich bin da ziemlich radikal“, erzählt sie W&W mit einem Grinsen.
„Gespendet habe ich meine Haare jetzt zum ersten Mal, ich kannte die Aktion vorher noch gar nicht.“ Melanie Gorbach, Inhaberin des Salons M3 Modern People in Wolfurt, hatte sie bei ihrem jährlichen Friseurtermin vor gut einem Monat dann gefragt, ob sie ihre Haare nicht spenden will. „Ich habe sofort ja gesagt. So passiert noch etwas Sinnvolles mit den Haaren, anstatt dass sie im Müll landen“, sagt die 30-Jährige.

Vier Zöpfe für eine Perücke

Aus Leas und Stefanies Zöpfen werden nun Perücken gefertigt. Die kosten im Schnitt 1500 bis 3000 Euro – für viele Patienten eine fast unleistbare Summe. Der Verein macht aus vier Haarspenden und einer Geldspende von 360 Euro eine Perücke, die für die Empfänger kostenlos ist. „Ich finde, das ist eine super Aktion“, ist Stefanie begeistert. „Es ist nur schade, dass sie bislang so wenig bekannt ist.“ Zwei neue Stamm-Spenderinnen gibt es jetzt aber auf jeden Fall: „Ich will meine Haare jetzt erstmal wieder wachsen lassen“, erzählt Lea, „und wenn sie dann wieder lang genug sind, würde ich sie auf jeden Fall noch einmal spenden.“

<p class="caption">Stefanie freute sich sichtlich über ihren neuen Haarschnitt. Fotos: handout/Stefanie Kollra</p>

Stefanie freute sich sichtlich über ihren neuen Haarschnitt. Fotos: handout/Stefanie Kollra

<p class="caption">Lea bei ihrer Haarspende bei Friseurin Melanie Gorbach. Fotos: handout/Lea Grabherr </p>

Lea bei ihrer Haarspende bei Friseurin Melanie Gorbach. Fotos: handout/Lea Grabherr

<p class="caption">Ihre Haarpracht reichte der Lauteracherin bis zum Steiß.</p>

Ihre Haarpracht reichte der Lauteracherin bis zum Steiß.

<p class="caption">Leas gespendete Zöpfe.</p>

Leas gespendete Zöpfe.

„So passiert noch etwas Sinnvolles mit den Haaren, anstatt dass sie im Müll landen.“ Stefanie Kollra, Haarspenderin

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