„Alexa, hör nicht mit!“

Amazons Alexa ist ein Sprachassistent, der auf Befehle der Nutzer reagiert. Um ihn zu nutzen, benötigt man Equipment wie diesen Amazon Echo-Speaker. Foto: AP

Amazons Alexa ist ein Sprachassistent, der auf Befehle der Nutzer reagiert. Um ihn zu nutzen, benötigt man Equipment wie diesen Amazon Echo-Speaker. Foto: AP

Bei vielen Sprachbefehlen hört nicht nur Amazons Alexa mit – sondern auch die Mitarbeiter des Online-Giganten.

„Alexa, schalte den Fernseher an“: geht noch. „Alexa, spiele Musik von Taylor Swift“: auch noch okay. „Alexa, suche mir Informationen über Privatinsolvenz“: Da wird es schon heikel. Und zwar dann, wenn diese Sprachbefehle nicht nur die Amazon-Plastikröhre mithört, sondern auch die Amazon-Mitarbeiter. Genau das hat jetzt der Branchendienst Bloomberg aufgedeckt. Der hat nach eigenen Angaben mit sieben früheren Mitarbeitern des Internet-Riesen gesprochen und erfahren, was mit vielen Alexa-Befehlen tatsächlich passiert.

Mithören soll
Assistenten verbessern

Dass die Sprachbefehle der Nutzer als Audioclips gespeichert und von Mitarbeitern ausgewertet werden, sei dabei gar nicht so ungewöhnlich und problematisch. Schließlich solle auf diese Weise der Service verbessert werden. So soll Alexa etwa „lernen“, dass bei der Suche nach Taylor Swift in der Regel die Sängerin gemeint ist und der Assistent nicht das Internet nach allen Menschen durchforsten soll, die Taylor Swift heißen. Damit soll die Trefferquote der Suchfunktion verbessert werden.

Problem ist aber
fehlende Anonymisierung

Diese Sprachbefehle werden laut den Insidern in Teamsitzungen abgespielt und ausgewertet. Das Problem dabei: Sie werden offenbar nicht ausreichend anonymisiert. Bloomberg habe nach eigenen Angaben Screenshots solcher Trainings, auf denen neben den Sprachbefehlen auch die Namen sowie die Account- und Gerätenummern der Kunden aufgeführt sind. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte sich wohl besser selbst an die Tastatur setzen. Und entsprechende Datenschutzsoftware benutzen.