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„Der Score ist nicht alles!“

Noah spielt immer mit seinen eigenen Bällen und Schuhen.  Fotos: Wilfinger

Noah spielt immer mit seinen eigenen Bällen und Schuhen.  Fotos: Wilfinger

Noah Wilfinger aus Weiler ist Österreichs größtes Jugendtalent im Bowling. Er vertritt Vorarlberg derzeit bei der Jugend­europa- meisterschaft.

Noah Wilfinger ist erst 17 Jahre alt und zählt jetzt schon zu den Besten der Besten, wenn es um den Bowling-Sport geht. Es ist seine Leidenschaft und macht ihm riesigen Spaß.

Auf der Jugend-EM

Gemeinsam mit Michelle Übelher vom Bowling Club Hohenems vertritt er Vorarlberg, beziehungsweise Österreich, bei der Jugendeuropameisterschaft in Wien. „Ich hoffe, dass ich diesmal nicht so nervös sein werde, wie bei der Jugendmeisterschaft in Helsinki“, erinnert sich Noah. Doch die Nervosität ist unbegründet, denn der Schüler trainiert viel und oft. „Es ist zwar manchmal schwer neben der Schule, aber ich trainiere mindestens drei Mal pro Woche und am Wochenende habe ich oft noch ein Turnier“, erklärt er.

Vererbtes Talent

Vor allem in Hinblick auf die Europameisterschaft hat sich der 17-Jährige mächtig ins Zeug gelegt. „Ich habe erst letztes Wochenende bei einem internationalen Turnier teilgenommen und auch gewonnen“, sagt Noah. Sein Erfolg und sein Talent für das „Kegel schieben“, kommt aber nicht von ungefähr. Diese Fähigkeit wurde ihm von seinem Vater Martin Wilfinger, welcher auch einer der besten Spieler im Land ist, in die Wiege gelegt. Zudem betreibt dieser gemeinsam mit seinem Bruder insgesamt drei Bowling Center in Vorarlberg und Tirol. Mit jungen sieben Jahren hat Noah mit dem Sport angefangen und seither nicht mehr aufgehört. „Ich habe früher noch Fußball gespielt. Irgendwann musste ich mich für ein Hobby entscheiden und wählte dann das Bowling,“ erklärt der junge Profi. Nicht immer lief alles nach Plan, wenn es um seine sportliche Karriere ging.
Über ein Jahr andauernde Schmerzen in seiner Hand führten fast dazu, dass er den Sport abbrechen musste. Aber schlussendlich hat Noah einen Weg gefunden, seinem Hobby weiterhin nachgehen zu können.

Eine neue Technik

Durch YouTube wurde seine Karriere gerettet, denn er informierte sich regelmäßig im Internet über verschiedenen Spiel-Techniken und ist dabei auf ein Video von Jason Belmonte, dem aktuell besten Bowling Spieler der Welt, gestoßen. Belmonte spielt nämlich beidhändig und genau das schaute sich der Schüler ab. In Vorarlberg gibt es aktuell noch keinen Zweihandtrainer, deshalb musste Noah sich diese Technik durch Videos selber beibringen. Dieser beidhändige Stil gilt als neu, modern und grad „im Kommen“. Eigenständig hat er es geschafft und kann jetzt ohne Schmerzen weiterhin die Pins zum Umfallen bringen. Wenn Noah die Chance hat, trainiert er auch in Wien mit Trainern, welche die Zweihandtechnik beherrschen. Diese Spielart ist auch bei den Turnieren und Meisterschaften erlaubt und Noah kann somit seine Fähigkeiten bei den Wettbewerben unter Beweis stellen. „Es gibt schon Diskussionen, ob man bei der beidhändigen Art zu Bowlen mehr Power hat, als einhändig. Es ist aber trotzdem erlaubt“, sagt er.

Binnen zwei Monaten auf zwei Meisterschaften

Noah hat seine Technik mit viel Biss optimiert und hat es auch geschafft sich für das Herren Nationalteam und somit für die EM im Juni in München zu qualifizieren. Das bedeutet für den 17-Jährigen, dass er binnen zwei Monaten auf zwei Europameisterschaften sein Können unter Beweis stellen darf. „Bowlen macht mir extrem viel Spaß und jeder kann es lernen. Man sollte sich merken, dass der Score nicht alles ist. Viel wichtiger sind die konstanten Würfe“, erklärt Noah.

„Ich trainiere mindestens drei Mal pro Woche“

Noah Wilfinger

„Bowlen macht mir extrem viel Spaß. Jeder kann es lernen.“

Noah Wilfinger