„Lebe ständig in Angst“

Lea trägt ihr Schicksal mit Fassung. Dabei weiß sie, wie ernst die Lage ist. Fotos: Breuß/Sams

Lea trägt ihr Schicksal mit Fassung. Dabei weiß sie, wie ernst die Lage ist. Fotos: Breuß/Sams

Lea (28) leidet an Endometriose, einer Krankheit, die im schlimmsten Fall tödlich ist und jede Zehnte trifft. Doch die wenigsten wissen davon.

Das Lächeln von Verena Burtscher täuscht. Denn auch wenn die 28-Jährige nach außen hin strahlt, gibt es doch dunkle Flecken in ihr. „Es gibt immer noch Tage, an denen ich verzweifle. Aber das gehört dazu“, sagt die Feldkircherin im Gespräch mit WANN & WO. „Aber die Krankheit ist ein Teil von mir und wir müssen zusammen leben. Wenn ich sie als Feind ansehe, wird die Situation auch nicht besser.“ Verena leidet an Endometriose, einer Gebärmuttererkankung, die unter anderem zu Unfruchtbarkeit und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann, wenn sie im späteren Verlauf den Darm befällt. Und die kaum bekannt ist – obwohl sie weit verbreitet ist.

Von nichts gewusst

Denn wie Verena leidet gut jede zehnte Frau an Endometriose. Allerdings weiß kaum eine davon. So wie auch die Feldkircherin bis zu ihrem 23. Lebensjahr. „Ich hatte immer schon Regelschmerzen und habe mir dabei nichts weiter gedacht. Das gehört ja dazu und ist normal. Jedenfalls hört man das als Frau ständig.“ Verenas Schmerzen aber werden immer stärker. So stark, dass sie sogar in Krankenstand gehen muss. „Ich konnte gar nicht mehr gehen oder stehen, wusste nicht, wie ich sitzen oder liegen sollte. Auf der Arbeit bin ich jeden Monat gut zehn Tage ausgefallen. Das hat mein damaliger Arbeitgeber irgendwann nicht mehr mitgemacht und mich entlassen.“ Bei einer Routineuntersuchung bei ihrem Frauenarzt wurde 2013 endlich die Ursache gefunden – vermeintlich: Die Ärzte stellten Zysten fest, die entfernt werden mussten. Bei der OP zeigten sich dann aber Wucherungen des Gebärmuttergewebes – Endometriose.

Leben mit Einschränkung

„Als ich die Diagnose bekommen habe, war ich zuerst natürlich sehr betroffen. Ich habe mir viele Gedanken wegen der Arbeit gemacht und hatte das Gefühl, dass mein Leben nicht viel wert ist“, beichtet Verena. „Heute nehme ich die Krankheit zwar an und versuche, positiv in die Zukunft zu blicken. Aber manchmal denke ich schon daran, was mir die Krankheit alles nimmt: Ich kann höchstens 32 Stunden pro Woche arbeiten, danach bin ich zu erschöpft. Ich habe ständig Angst vor der nächsten Menstruation und den Schmerzen. Ich möchte einmal Kinder und habe Angst, dass das nicht funktioniert. Und ich würde gern eine Weltreise mache, kann das aber nicht, wenn ich alle drei Wochen zehn Tage nicht aus dem Bett komme.“

<p class="caption">W&W-Redakteurin Anja sprach die 28-Jährige offen über ihre Krankheit.</p>

W&W-Redakteurin Anja sprach die 28-Jährige offen über ihre Krankheit.