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Gewagter Ritt auf den Dünen

Mit Daniel Vonach (25) hat Vorarlberg seinen ersten Welt­meister im Sandboarding. W&W sprach mit dem Schwarzacher über seine Passion, die ihn um die ganze Welt führt.

Spätestens seit den viralen Hit-Videos von Freeskier Candide Thovex weiß man, dass Wintersportler mit ihrem Gerät auch im Sommer Berghänge bezwingen können. Diese Ansicht lebt und verkörpert auch Daniel Vonach. Der Schwarzacher entstammt der klassischen Snowboard-Familie, mit seiner Crew „The Army“ verbrachte er jahrelang jede freie Minute im Schnee und war auch an Filmprojekten wie dem bildgewaltigen Movie „Voramarlberg“ beteiligt. „Durch das Projekt haben wir Martin Guerra kennen gelernt, der Sandboarding in Südamerika organisiert. Er hat mich eingeladen und ich habe einfach ‚Ja‘ gesagt. Das war vor zwei Jahren“, gewährt der 25-Jährige Einblick in seinen Eintritt in die faszinierende Welt dieser Sportart. „Beim Sandboarden verwendete man Bretter ohne Metallkanten mit einem harten Flex. Vor jedem Lauf wird der Belag mit einer Kerze gewachst.“ Außerdem merke man bei Stürzen, dass das Ganze nichts mehr mit Wasser zu tun habe. „Schnee ist einfach wesentlich schneller und je nach dem auch viel weicher als Sand“, schmunzelt der Boardsportler.

Potenzial und unendlich viele Möglichkeiten

„Mit Boards in einem Riesen-Sandkasten zu shredden, macht einfach Spaß. Die längste Abfahrt geht über 1000 Meter. Der Baumeister Wind formt die Dünen immer wieder aufs Neue und man findet unendlich viele Möglichkeiten, um Freeriden zu gehen. Mit ein bisschen Übung kann man dieselben Tricks wie im Schnee landen. Hier sehe ich das größte Potenzial dieses Sports. Atemberaubende Sonnenuntergänge und ein Method über eine Sandwechte – einfach nur schön!“, führt der Alton-Teamrider fort. Dass der junge Schwarzacher sein Handwerk versteht, beweisen die beiden Weltmeister-Titel, die er in Peru in den Disziplinen Big Air und Slopestyle erringen konnte. „Das war schon etwas überraschend für mich. Alle zwei Jahre findet ein Weltcup statt, der Sport hat es mittlerweile geschafft, sich in den Ländern Peru, Brasilien, Chile oder Mexiko zu etablieren. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich auf Anhieb um die Titel mitfahren kann“, schließt der sympathische Naturmensch. Angesichts des Klimawandels scheint damit zumindest die Zukunft des Snowboardsports gesichert.

<p class="marker">Spektakuläre Sprünge wie hier beim „Big Air“ zeichnen den Sport aus. Fotos: Thomas Stanglechner</p>

Spektakuläre Sprünge wie hier beim „Big Air“ zeichnen den Sport aus. Fotos: Thomas Stanglechner

Zur Person: Daniel Vonach

Wohnort, Alter: Schwarzach, 25 Jahre
Beruf: Koch in Ausbildung, Snow- und Sandboarder
Hobbys: Fischen, Schlafen unter freiem Himmel, Hiken
Sponsoren: Jones Snowboards, Karakoram Bindings,
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