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Heiße Fakten zum Klimawandel im Ländle

Die beiden Karten (links, klein: aktuelles Klima; rechts, groß: Prognose 2071 bis 2100) zeigen die Anzahl der Tage, an denen die Tagesmaximum-Temperatur größer gleich 30 Grad Celsius beträgt. Während das Mittel der Hitzetage derzeit bei 1,1 Tagen liegt (Maximum 6,4 Tage), ist in Zukunft durchschnittlich mit 13,1 Tagen zu rechnen – und einem Maximum von 41,1 Tagen!
              Karten: Clima Map – Climate Change Impact Maps for Austrian Regions; Quellen: Land Vorarlberg, BOKU Wien, ZAMG, Uni Graz, Landesamt für Vermessung und Geoinformation, IGKB

Die beiden Karten (links, klein: aktuelles Klima; rechts, groß: Prognose 2071 bis 2100) zeigen die Anzahl der Tage, an denen die Tagesmaximum-Temperatur größer gleich 30 Grad Celsius beträgt. Während das Mittel der Hitzetage derzeit bei 1,1 Tagen liegt (Maximum 6,4 Tage), ist in Zukunft durchschnittlich mit 13,1 Tagen zu rechnen – und einem Maximum von 41,1 Tagen!

Karten: Clima Map – Climate Change Impact Maps for Austrian Regions; Quellen: Land Vorarlberg, BOKU Wien, ZAMG, Uni Graz, Landesamt für Vermessung und Geoinformation, IGKB

Ob vom Menschen befeuert oder nicht, dass sich das Klima ­drastisch ändert, ist klar ­spürbar. WANN & WO bietet einen spannenden Überblick, wie sich der Klimawandel auch im Ländle ­bemerkbar macht.

Die Vorarlberger schwitzen und stöhnen unter der aktuellen Hitze – von den tiefsten Tälern bis auf die höchsten Gipfel. Die Hitzetage nehmen zu, die Waldbrandgefahr steigt, die Gletscher schmelzen ab und der Bodensee legt an Temperatur zu. Als erstes Bundesland Österreichs wurde in Vorarlberg der Klimanotstand ausgerufen. Nicht ganz ohne Grund, wie die folgenden Informationen zeigen. Der Klimawandel macht eben auch an der Vorarlberger Grenze nicht Halt …

<p class="title">Gletscherschmelze in Vorarlberg</p><p>Die steigenden Temperaturen machen dem ewigen Eis im Ländle ordentlich zu schaffen: Der Vermuntgletscher in der Silvretta zog sich im vergangenen Jahr um 18 Meter zurück, der Ochsentalergletscher um 16 Meter. Von den 93 vom Alpenverein vermessenen Gletschern in Österreich, zogen sich 89 zurück – nur vier blieben stationär. Der größte Verlust wurde mit 128 Metern auf dem Viltragenkees (Vendigergruppe, Osttirol) registriert. Foto: Russmedia/handout Groß</p>

Gletscherschmelze in Vorarlberg

Die steigenden Temperaturen machen dem ewigen Eis im Ländle ordentlich zu schaffen: Der Vermuntgletscher in der Silvretta zog sich im vergangenen Jahr um 18 Meter zurück, der Ochsentalergletscher um 16 Meter. Von den 93 vom Alpenverein vermessenen Gletschern in Österreich, zogen sich 89 zurück – nur vier blieben stationär. Der größte Verlust wurde mit 128 Metern auf dem Viltragenkees (Vendigergruppe, Osttirol) registriert. Foto: Russmedia/handout Groß

<p class="caption">Das Ländle wächst und wächst – besonders im Rheintal ist das zu spüren.  Fotos: Steurer</p>

Das Ländle wächst und wächst – besonders im Rheintal ist das zu spüren.  Fotos: Steurer

<p class="title">Artensterben</p><p>Vorarlberg bildet beim weltweiten Artenschwund und Biodiversitätsverlust keine Ausnahme: Von den in Vorarlberg heimischen 185 Brutvögeln sind bereits 21 ausgestorben, 16 vom Aussterben bedroht, sechs stark gefährdet und 22 gefährdet. Von den hierzulande heimischen zwölf Amphibienarten sind vier stark gefährdet – Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke. Ein ähnliches Bild findet sich auch in der Pflanzenwelt. Schuld daran sind starke klimatische Veränderungen sowie eine immer extensivere Nutzung von Flächen durch die Landwirtschaft. Foto: Land Vorarlberg</p>

Artensterben

Vorarlberg bildet beim weltweiten Artenschwund und Biodiversitätsverlust keine Ausnahme: Von den in Vorarlberg heimischen 185 Brutvögeln sind bereits 21 ausgestorben, 16 vom Aussterben bedroht, sechs stark gefährdet und 22 gefährdet. Von den hierzulande heimischen zwölf Amphibienarten sind vier stark gefährdet – Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke. Ein ähnliches Bild findet sich auch in der Pflanzenwelt. Schuld daran sind starke klimatische Veränderungen sowie eine immer extensivere Nutzung von Flächen durch die Landwirtschaft. Foto: Land Vorarlberg

<p class="title">Wetterextreme</p><p>Mit den Klimaveränderungen nehmen auch die extremen Wetterereignisse zu: Starkregen, Hagel und orkanartige Stürme lassen Flüsse überlaufen und Muren Straßen verlegen. Prognosen zufolge könnten die Niederschlagsmengen in Vorarlberg vor allem im Frühjahr zunehmen. Die Vorarlberger Landesregierung präsentierte im Rahmen der Klimawandel-Anpassungsstrategie 2015 im vergangenen Jahr einen „11-Punkte-Aktionsplan“, der dazu beitragen soll, das Ländle für künftige klimabedingte Wetterextreme zu rüsten. Foto: Polizei</p>

Wetterextreme

Mit den Klimaveränderungen nehmen auch die extremen Wetterereignisse zu: Starkregen, Hagel und orkanartige Stürme lassen Flüsse überlaufen und Muren Straßen verlegen. Prognosen zufolge könnten die Niederschlagsmengen in Vorarlberg vor allem im Frühjahr zunehmen. Die Vorarlberger Landesregierung präsentierte im Rahmen der Klimawandel-Anpassungsstrategie 2015 im vergangenen Jahr einen „11-Punkte-Aktionsplan“, der dazu beitragen soll, das Ländle für künftige klimabedingte Wetterextreme zu rüsten. Foto: Polizei

<p class="title">CO2 und Energie</p><p>Vorarlbergs Energiebedarf ist zwischen 2005 und 2016 um 3,5 Prozent gestiegen. Der Einsatz von Öl hat sich im selben Zeitraum fast halbiert, während der Anteil heimischer, erneuerbarer Energie von 32,8 auf 40,7 Prozent stieg. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger und das nur geringfügige Wachstum beim Gesamtenergieverbrauch bewirkten eine Senkung der energiebedingten CO2-Emissionen um zwölf Prozent. Das Etappenziel der „Energieautonomie Vorarlberg“ für die Senkung des CO2-Ausstoßes im Jahr 2016 wurde nur um 1,6 Prozentpunkte verfehlt. Foto: Fotolia</p>

CO2 und Energie

Vorarlbergs Energiebedarf ist zwischen 2005 und 2016 um 3,5 Prozent gestiegen. Der Einsatz von Öl hat sich im selben Zeitraum fast halbiert, während der Anteil heimischer, erneuerbarer Energie von 32,8 auf 40,7 Prozent stieg. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger und das nur geringfügige Wachstum beim Gesamtenergieverbrauch bewirkten eine Senkung der energiebedingten CO2-Emissionen um zwölf Prozent. Das Etappenziel der „Energieautonomie Vorarlberg“ für die Senkung des CO2-Ausstoßes im Jahr 2016 wurde nur um 1,6 Prozentpunkte verfehlt. Foto: Fotolia

5 Grad Celsius beträgt die mittlere Lufttemperatur im Ländle. Werden nicht rechtzeitig wirksame Klimaschutzmaßnahmen getroffen, steigt dieser Wert laut Prognose bis 2035 um 1,4 Grad ­Celsius, bis Ende des Jahrhunderts sogar um 4,2 Grad Celsius. +3,2 Grad Celsius betrug im Sommer 2018 die Temperaturabweichung im Vorarlberger Tiefland. Somit war es der drittwärmste Sommer in der 242-jährigen Messgeschichte – in den Bergen mit einer Abweichung von+2,7 Grad der viertwärmste. 38,1 Grad Celsius beträgt der Hitzerekord in Feldkirch. Gemessen wurde er im Sommer des Jahres 1984. 31,7 Grad Celsius wurden am 26. Juni 2019 in Schröcken (1269 Meter Seehöhe) von der Messstation der ZAMG gemessen – neuer Rekord. Der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 1947 betrug in Schröcken 31,6 Grad.