Die Farben des Meeres

Johanna (18) aus Satteins liebt beim Tauchen die farbenfrohe Unterwasserwelt.




Seit ihrem zehnten Lebensjahr erkundet Johanna Rhomberg aus Satteins die Welt unter Wasser. Mit einem Tauchlehrer als Vater sei das Sporttauchen damals naheliegend gewesen. Noch im gleichen Jahr verreiste die Familie zu einem gemeinsamen Tauchurlaub nach Kroatien und Johanna bemerkte, dass es mehr zu entdecken gibt, als kalte Seen. „Am Anfang bin ich im Hallenbad und danach im Alten Rhein getaucht, weil es dort nicht so tief ist“, berichtet die 18-Jährige. Trotzdem wurde beim Kindertauchen die volle Montur angelegt – Tauchjacket, -anzug und Sauerstoffflasche. „Meine Ausrüstung wiegt über 20 Kilogramm“, erläutert sie. Dass der Sport ohne Wettkämpfe auskommt, sei genau in ihrem Sinne, denn für Johanna zählt die Freude am Erkunden der Unterwasserwelt.

Bunte Unterwasserwelt

„Bei meinem Hobby tauche ich in eine ganze andere Welt ein.“ Sie fühlt sich dabei schwerelos und sieht Dinge, die sonst im Verborgenen bleiben. „Es ist angenehm still im Wasser und ich muss für etwa eine Stunde mit niemandem reden. Es ist ein hervorragender Sport, um abzuschalten“, erklärt Johanna. Ihr gehe es nicht darum, immer tiefer zu tauchen, denn gerade im Meer sei es in der Nähe der hellen Wasseroberfläche weit schöner, weil sich dort das Leben abspiele. In der Vorarlberg sei das Wasser eher braun und grün, nur vereinzelt sehe sie Fische. Einzig im Bodensee gebe es eine Stelle, wo die Fische laichen und zahlreiche Aale und Saiblinge schwimmen. Am schönsten fand Johanna deshalb den Tauchurlaub in Indonesien: „Es ist viel bunter und es gibt ganz andere Fische – vor allem kleine Lebenswesen. Man kann stundenlang auf einen Fleck schauen und sieht immer etwas Neues, wie kleine Schnecken, Krebse und Korallen.“ Bei einem Strömungstauchgang sei sie zudem über Schildkröten hinweggetaucht. Etwas ganz Spezielles seien Nachttauchgänge, bei denen sie nur das sehe, was mit der Leuchte angestrahlt wird. „In der Nacht sieht man ganz andere Tiere – etwa Langusten“, erinnert sich Johanna. Durch den Sport bekomme sie einen ganz neuen Eindruck von den Meerestieren und Unterwasserpflanzen: „Wenn ich beispielsweise Clownfische im Fernsehen sehe, ist das einfach etwas anderes, als wenn sie direkt unter mir schwimmen.“

Taucherfamilie

In ihrem Logbuch trägt die angehende Studentin als Erinnerung alle Tauchgänge ein und sammelt ihre Tauchbescheinigungen. Über 40 Meter tief war sie bereits unter Wasser. Einen festen Tauchpartner habe sie jedoch nicht, vor allem weil es an gleichaltrigen Tauchern mangelt. In ihrer Familie sei der Sport hingegen das verbindende Element, denn nicht nur ihr Vater, sondern auch ihre Mutter und kleine Schwester teilen sich das Hobby. Abseits der Ausflüge mit ihrem Vater zum Bodensee und dem Walensee reizen sie vor allem exotischere Destinationen. Indonesien habe sie beim letzten Besuch derart beeindruckt, dass sie jederzeit wieder dort hinfliegen würde. Aber auch das Great Barrier Reef würde sie reizen. „Es ist schön, das Reisen mit dem Tauchen zu kombinieren, denn so sieht man die Umgebung von oben und unten.“ Beim Schnorcheln sind ihr jedoch Grenzen gesetzt: „Ohne meine Sauerstoffflasche schaffe ich es keine Minute unter Wasser zu bleiben“, erzählt Johanna und lacht herzlich auf.

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