„Wollte einen Aha-Effekt erzeugen“

Die Liebe zum Snowboarden und die Vision ein Produkt zu entwickeln, mit dem sie hilft, die schöne Natur zu erhalten, waren Rubina Bahls Intentionen hinter der Entwicklung des nachhaltigen Snowboards „Aware“.  Fotos: Sams

Die Liebe zum Snowboarden und die Vision ein Produkt zu entwickeln, mit dem sie hilft, die schöne Natur zu erhalten, waren Rubina Bahls Intentionen hinter der Entwicklung des nachhaltigen Snowboards „Aware“.  Fotos: Sams

Bei ihrem Bachelor-projekt hat Rubina Bahl (22) aus Tschagguns Nachhaltigkeit und Wintersport kombiniert und in Zusammenarbeit mit Head das Snowboard „Aware“ entwickelt.

„Snowboarden war schon immer mein größtes Hobby“, erklärt die sympathische 22-Jährige. Kein Wunder, von ihrem Zuhause in Tschagguns steht sie in nur wenigen Minuten auf der Piste und kann die Natur der Bergwelt genießen. Trotz ihrer Verbundenheit zum Montafon hat sie nach ihrer Matura am Gymnasium Bludenz, Vorarlberg den Rücken gekehrt und sich an der University of Applied Science in Den Haag eingeschrieben. Seit September 2016 hat sie dort für ihren Bachelor in Industrial Design Engineering studiert. Für ihr Abschlussprojekt hat sie nun ihre Liebe zum Wintersport und den Nachhaltigkeitsgedanken vereint.

Recycling und
besondere Materialien

Das Snowboard mit dem Namen „Aware“ besteht größtenteils aus umweltfreundlichen Materialien. „Für den Holzkern des Snowboards ist ein FSC-zertifiziertes Holz verwendet worden. Die Stahlkanten des Snowboards kommen aus Vorarlberg und sind zu 50 Prozent recycelt. Stahl ist ein Material das oft geschmolzen werden kann und seine mechanischen Eigenschaften dabei beibehält, deshalb kann es danach auch wieder recycelt werden“, erklärt Rubina die Besonderheiten des Wintersportgerätes. „Eines der wichtigsten Materialien des Snowboards ist das Epoxy Resin und der Härter, der verwendet wurde. Außerdem besteht das Topsheet des Boards aus Castor Beans, die in Indien sehr nachhaltig wachsen, da sie wenig Wasser benötigen“, beschreibt sie weiter. „Seit beginn meines Studiums wollte ich ein Snowboard entwickeln, heuer war es dann endlich soweit und ich habe mit Head einen Partner gefunden, der mich bei meinem Vorhaben unterstützt“, so Rubina. Am 11. Februar hat sie dann bei Head Germany in der Snowboard Division angefangen und konnte Anfang Juli ihr Board in den Händen halten. Nachhaltigkeit ist für die junge Montafonerin generell ein wichtiges Thema. „Ich denke es gibt zwei Richtungen, in die es in der Zukunft gehen kann. Entweder wir reduzieren unseren Massenkonsum oder wir reagieren auf ihn, in dem wir nachhaltigere Produkte zu vernünftigen Preisen produzieren“, ist sich Rubina sicher.

Aha-Effekt beim
Produkt-Design

Neben den Materialien hat sich Rubina auch beim Design des Wintersportgerätes auf das Thema Natur und Umwelt. „Im Hintergrund des Snowboards kann man leere Plastikflaschen erkennen. Darauf habe ich eine Schlange gemalt, in der Mitte macht die Schlange eine liegende Acht, das ist das Unendlichkeitszeichen und gleichzeitig auch das Zeichen für „Cradle to Cradle“, was für den Lebenskreislauf eines Produktes steht. Wenn man die Schlange länger betrachtet kann man Müll zwischen den Schuppen entdecken. Es ist nicht alles auf den ersten Blick zu erkennen, aber genau das wollte ich erzeugen – einen Aha-Effekt“, gibt sie Einblicke in den Design-Prozess. Hilfe beim Gestalten hatte sie nicht. Der kreative Teil bei der Entwicklung habe sehr viel Spaß gemacht und die finale Entscheidung sei schwer gefallen, gibt Rubina zu. Umso mehr freue sie sich, dass das Board sowohl bei ihren Professoren, als auch bei der Firma Head positiv ankam. Für sie persönlich geht es nach einem Sommer im Montafon wieder zurück nach Den Haag. Dort macht Rubina ein Praktikum im Bereich umweltbewusstes Produkt-Design. Danach soll es weiter nach Wiener Neustadt gehen, wo sie ihren Master machen möchte. Bis es aber soweit ist, freut sie sich zunächst auf die bevorstehende Wintersaison, denn dann kann sie ihr Board endlich testen. „Ich hätte die Möglichkeit gehabt, im Juni auf einen Gletscher zu fahren und das Snowboard zu testen. Das jedoch dem ganzen Nachhaltigkeitsgedanken hinter dem Snowboard widersprochen. Deshalb freue ich mich um so mehr auf den Schnee und die ersten Schwünge mit meinem Brett.“

Zur Person

Name: Rubina Bahl
Geburtsdatum: 14. September 1996
Wohnort: Tschagguns, Den Haag
Schulischer Werdegang: Matura am BG Bludenz, seit 2016 an der „The Hague University of Applied Science“

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