„So ist es unmöglich, ­leistbar zu vermieten“

Das Thema „Leistbares Wohnen“ bewegt die Menschen im Ländle. Zahlreiche Leser folgten dem Aufruf in WANN & WO und schilderten uns ihre Erfahrungen. Ein Auszug.

Wie komplex das Thema „Wohnen“ in Vorarlberg ist, zeigen die Leserreaktionen nach unserer Geschichte am vergangenen Sonntag. Eine junge Frau aus dem Vorarlberger Unterland berichtet von ihren gesundheitlichen Problemen und wie sich diese aufgrund laufender Therapiekosten in Höhe von jährlich mehreren tausend Euro negativ auf ihre Wohnsituation auswirken. „Dann müssen wir auch noch die teure Miete zahlen. So frage ich mich, wie soll ich das alles schaffen?“, fragt die Leserin verzweifelt.

Sicht eines Vermieters

Auch die Sicht eines Vermieters bekamen wir per E-Mail mitgeteilt. „Außer Acht gelassen wird aus meiner Sicht die hohe Steuerbelastung. Von den Nettopreisen muss der Vermieter Einkommenssteuer bezahlen, beispielsweise 36 Prozent“, heißt es in dem Schreiben. Vermieter müssten die Immobilien sanieren, reparieren und möglicherweise Kredite zurückzahlen. Auch immer höhere Gebühren für Müll, Strom, Kanal und dergleichen würden die Preise weiter in die Höhe treiben. Abschließend stellt er klar: „Bei einem Quadratmeterpreis von 5000 bis 6000 Euro für eine neue Wohnung ist es unmöglich, ,leistbar‘ zu vermieten!“

„Auf Kosten kleiner
Leute bereichern“

Ein auf dem Bau tätiger Leser stellt die Frage, „wer sich immer wieder auf die Kosten kleiner Leute bereichert.“ „Leistbares Wohnen“ bedeute für ihn Kosten von 500 Euro im Monat. Bauträgern rät er, „von ihrem hohen Ross herunterzukommen und bei den kleinen Leuten vorbeizukommen“, um sich selbst ein Bild ihrer Lebenssituation zu machen (das ganze Schreiben findet sich auf Seite 94).

Eigentum im Ländle

In der nächsten Sonntagsausgabe beschäftigen wir uns mit dem Thema „Schaffa, schaffa – und trotzdem koa Hüsle baua“: Ist Eigentum für den Otto-Normal-Voralberger überhaupt noch machbar? Wie viel Geld muss man dafür aktuell in die Hand nehmen? Und gibt es im Hinblick auf die Preisexplosion im Land überhaupt noch einen Weg aus dem Dilemma? Antworten auf diese Fragen gibt es am kommenden Sonntag.

Ihre Meinung ist gefragt:
leserbriefe@wannundwo.at