„Kindern seine Zeit schenken“

Das Vorarlberger Kinderdorf sucht nach Ehrenamtlichen, die gerne Zeit mit Kinder und Jugendlichen verbringen.  Fotos: handout/Vorarlberger Kinderdorf

Das Vorarlberger Kinderdorf sucht nach Ehrenamtlichen, die gerne Zeit mit Kinder und Jugendlichen verbringen.  Fotos: handout/Vorarlberger Kinderdorf

„Offenheit, Ehrlichkeit und Respekt“ – diese Eigenschaften sind für die 24-jährige ­­Ramona essenziell für die ­ehrenamtliche Hilfe im Kinderdorf.


Die Lustenauerin ist Mama einer fünfjährigen Tochter. Sie arbeitet halbtags als Kellnerin und ist mit Herz und Seele freiwillige Helfer­in beim Vorarlberger Kinderdorf. Bereits seit über einem halben Jahr unterstützt sie einmal wöchentlich eine kleine Familie – einen alleinerziehenden Vater und seine achtjährige Tochter.

Große Bereicherung

Was sich im ersten Augenblick freizeitraubend anhört, ist für Ramona eine große Bereicherung, denn: „Es gibt nichts Schöneres, als eine derartige Dankbarkeit zu spüren zu bekommen, allein nur, weil man Kindern seine Zeit schenkt“, sagt Ramona.

Dankbar für
die Unterstützung

Besonders der Vater der Achtjährigen, mit welcher Ramona gemeinsam mit ihrer eigenen Tochter einmal wöchentlich Zeit verbringt, zeigt sich unheimlich froh für die Unterstützung. Ramona beschreibt den Vater als sehr engagiert und sagt, dass es keinen Wunsch gäbe, den er seiner Tochter nicht erfüllen würde. Er fahre die Kleine sogar regelmäßig nach Deutschland zu ihrer Mutter, die sechs Stunden von Vorarlberg entfernt wohnt. Es scheint, als würde der Vater seine Tochter nicht als Last ansehen, jedoch ist der Alleinerziehende um die wöchentliche Unterstützung von Ramona dankbar. Die nötige Zeit bringt die 24-Jährige gern auf, denn sie ist der Meinung, dass die aktive Kindererziehung erst außerhalb der Schulzeit und des Schulgebäudes beginnt. Wenn die Eltern dann jedoch ihren Kindern nicht genug Zeit widmen, könnte dies zum Problem führen.

Mangelnde Zeit
für Familie und Partner

Zuvor arbeitete Ramona beruflich in einer Eltern-Kind-Gruppe. Sie kam daher mit einigen Müttern in Kontakt, von denen in puncto Familienleben häufig dasselbe Problem geschildert wurde: mangelnde Zeit für sich selbst. Denn bei den meisten Mamas herrscht nicht allzu selten der Drang zum Perfektionismus – des Öfteren in der Kindererziehung, aber auch in der Partnerschaft. Dabei sei ein großes Problem, der Mangel an Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse. „Kinder fordern sehr viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern, bevor sie ins Kindergartenalter gelangen. Es kommt dabei mit der Zeit oft zur übermäßigen Belastung – im eigenen und dem Paarleben“, sagt Miriam Ileka, Koordinatorin der Familienimpulse des Vorarlberger Kinderdorfs.

Familienimpulse –
Vorarlberger Kinderdorf

Im Hinblick auf diese Thematik unterstützt der Präventiv-Fachbereich Familienimpulse des Vorarl­berger Kinderdorfs Familien, die Rückenstärkung im Alltag brauchen. Familien und Ehrenamtliche werden zusammengebracht und professionell begleitet. Dabei wird ein reibungsloser Ablauf garantiert, denn bei der Auswahl setzt sich Koordinatorin Miriam Ileka bewusst mit den angehenden Ehrenamtlichen auseinander.

„Helfer sollen Erwartungen und Wünsche äußern“

„Nicht jeder Mensch ist kompatibel mit dem anderen“, erwähnt Miriam, „deshalb ist es wichtig, dass sowohl die Familien als auch die Helfer ihre Erwartungen und Wünsche äußern, bevor zugeteilt werden kann. Das Wichtigste ist, dass wir unseren Familien gewährleisten können, dass ihre Kinder in guten Händen sind.“

<p class="caption">Ramona betätigt sich seit einem halben Jahr ehrenamtlich im Kinderdorf – hier im Gespräch mit WANN & WO. Foto: WANN & WO</p>

Ramona betätigt sich seit einem halben Jahr ehrenamtlich im Kinderdorf – hier im Gespräch mit WANN & WO. Foto: WANN & WO

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