Juppe für die Jugend

Eva (l.) und Hannah erhielten ihre Juppen als Familienerbstücke. Sie tragen die Gewänder mit Stolz.   Fotos: Hirschbühl, handout/privat

Eva (l.) und Hannah erhielten ihre Juppen als Familienerbstücke. Sie tragen die Gewänder mit Stolz.   Fotos: Hirschbühl, handout/privat

Die Bregenzerwälder Tracht hat Tradition. Für Hannah Feuerstein (19) und Eva Richter (18) ist sie aber auch Teil der modernen Jugend.

Im Zuge ihrer Diplomarbeit wollen Eva Richter (18) und Hannah Feuerstein (19) der Jugend die Tradition der Juppe wieder näherbringen. Für die beiden war die Tracht seit jeher ein bedeutender Teil ihres Lebens. Beide erhielten ihre als ein Familienerbstück. Mit ihrem Projekt wollen sie den alten Brauch auch in der heutigen Zeit wieder etablieren. Dabei legen sie Wert darauf, die Tradition mit der Moderne zu verknüpfen. Fachlich unterstützt wurden die beiden über den Zeitraum der Arbeit hinweg von der Juppenwerkstatt Riefensberg.

Juppe als Familienerbstück

Was finden zwei moderne Mädchen überhaupt faszinierend an dem alten Gewand? „Bei der Bregenzerwälder Juppe handelt es sich um eine der ältesten Trachten Europas. Auch die Herstellung beruht auf einem traditionellen Handwerk – besonders was die Färbung des Stoffes angeht.“ Die Idee für das spezielle Projekt kam den beiden Schülerinnen während eines Praktikums. Bei der Themenfindung für ihre Diplomarbeit kamen die Mädchen auf ihre Herkunft zu sprechen. Beide teilten die Einstellung, wie wichtig Tradition sei. Gerade die Tracht habe einen großen Stellenwert für die beiden – seit jeher trugen sie diese mit Stolz. Vorallem auch, wegen deren sentimentalen Wert: Evas Juppe hat bereits ihrer Uroma gehört. Hannah bekam ihre von ihrer Mutter weitergereicht. Das Gewand wecke in den beiden ein Gefühl von Gemeinschaft, Heimat und Zugehörigkeit.

Heutiger Trachten-Boom

Doch ist die Juppe überhaupt noch relevant für Jugendliche heutzutage? „Wir erleben derzeit einen echten Trachten-Boom. Gerade auf Festen wird deutlich, wie viele noch darauf zurückgreifen. In einem Dirndl oder einer Tracht gehörst du dann dieser großen Gemeinschaft an. Das ist toll!“ Darum sei es den beiden auch so wichtig, dass der Brauch weitergeführt wird: „Wir hoffen, dass auch noch unsere Kinder und Enkel die Juppen tragen werden.“ Nichtsdestotrotz ist das richtige Ausführen der Tracht gar nicht so einfach. Beim Tragen einer Juppe dürfen keine Haare in den Nacken fallen, sie müssen traditionell nach oben gebunden getragen werden. Die alten Flechtkünste beherrsche heutzutage aber kaum einer mehr: „Darum haben wir in der Juppenwerkstatt einen Flechtkurs angeboten, der sich auch großer Beliebtheit erfreute.“ Außerdem sollten sowohl die Schuhe als auch die Strümpfe schwarz sein.

Instagram als Projektträger

Um schnell so viele Jugendliche wie möglich mit ihrem Projekt zu erreichen, machten sich Eva und Hannah die sozialen Netzwerke zu Nutzen: „Wir haben einen Instagram-Account erstellt, auf dem wir Fotos von Mädchen in Juppen posteten. Darunter erzählen sie kurz, was die Tracht für sie bedeutet. Die Models sind Mädchen aus unserem Bekanntenkreis. Fotografiert wurden sie von Julia Hirschbühl.“ Was für eine Reichweite ihr Projekt dadurch erreichen würde, habe die Mädchen jedoch überrascht. Immerhin hat der „bregenzerwaelder_tracht“-Account bereits über 650 Follower aufzuweisen. Dies unterstreicht die vielen positiven Reaktionen, die Eva und Hannah für ihr Projekt erhalten. Sogar der Österreichische Blasmusikverband wurde bereits auf die beiden aufmerksam. Dort wurde in der aktuellen Ausgabe ein Bild des von ihnen inszenierten Flechtkurses als „Foto des Monats“ gekürt.

<p class="caption">Auch das gehört zur Tracht: Halsband, Hut und Flechtfrisur.</p>

Auch das gehört zur Tracht: Halsband, Hut und Flechtfrisur.

„Wir hoffen, dass auch noch unsere Kinder und Enkel die Juppen tragen werden.“ Eva Richter und Hannah Feuerstein Projektleiterinnen „Bregenzerwälder Tracht“

INFO


„Bregenzerwälder Tracht“


Alle Fotos zum Projekt

Instagram: bregenzerwaelder_tracht

Wann & Wo | template