Wir sind keine Handysuchtis!

Josef Mayer und Annika Miltner der Schülervertretung des BORG Lauterach organisieren den „Tag der politischen Bildung.“ Fotos: Breuß/Sams

Josef Mayer und Annika Miltner der Schülervertretung des BORG Lauterach organisieren den „Tag der politischen Bildung.“ Fotos: Breuß/Sams

Unter diesem Motto hat die Schülervertretung des BORG Lauterach einen „Tag der politischen Bildung“organisiert.


Zusammen mit den zwei Schülerorganisationen der AKS (Aktion kritischer Schüler) und der SU (Schülerunion) wollen Schulsprecher Josef Mayer und Stellvertreterin Annika Miltner den Jugendlichen das politische Geschehen näher bringen. Am 7. Februar gibt es mehrere Workshops zur Umwelt- und Bildungspolitik an ihrer Schule. „Wir wollen nicht als Handysuchtis bezeichnet werden. Wir möchten zeigen, dass wir uns sehr wohl für Poltik interessieren“, fügt Annika an.

Der letzte Tag …

… bevor die Semesterferien beginnen, startet der Tag mit Workshops, die von der AKS und der Schülerunion geleitet werden. Die Dauer der Workshops ist auf mehr als eine Stunde festgelegt. Die gesamte Oberstufe wird sich mit den Themen Umwelt und Bildung auseinandersetzen. Ab 10.45 Uhr wird es eine Fragerunde mit Politikern geben. Dazu ist von jeder Partei im Landtag ein Vertreter eingeladen. Bei der Diskussion können Schüler per Whatsapp Fragen an die Vertretung senden. Die werden anschließend unter den Schülern und Politikern diskutiert. „Der Tag ist für uns von der Schülervertretung immens wichtig“, sagt Sprecher Josef im W&W-Interview. Deshalb, weil in der letzten Sitzung des SchülerInnenparlaments (SIP) folgender Antrag gestellt wurde: Politische Bildung soll es als Unterrichtsfach ab der 7. Schulstufe geben. Das Wahlrecht in Österreich gilt schon ab dem 16. Lebensjahr. Und sich erst dann damit auseinanderzusetzten ist für Annika Miltner zu spät. Für sie wäre ein politisches Unterrichtsfach ab der ersten Oberstufenklasse denkbar. „Grund dafür ist, dass Schüler Politik kennenlernen und verstehen. Ein weiterer Grund dafür ist, das uns nicht vorgeworfen wird, dass wir uns für Politik nicht interessieren“, fügt der 18-jährige Schulsprecher an.

Zuspruch der Schule

Mit der Idee im Kopf statteten die Mitglieder der Schülervertretung Direktor Michael Schelling einen Besuch ab. Von Anfang an war dieser vom Projekt überzeugt. „Wir sind froh, dass wir die Zeit und die Möglichkeit bekommen haben, den Tag selbst zu organisieren“, sagt der Schulsprecher. Nicht nur von Seiten des Direktors kam eine positive Rückmeldung. Auch Lehrer und vor allem Schüler sind von diesem Projekt überzeugt. Auch bei der Klasse stößt es auf Zuspruch. Mit diesem Projekt wollen die Schüler zeigen, dass sie nicht nur vor dem Handy sitzen, sondern das sie sehr wohl am politischen Geschehen teilnehmen wollen und Interesse zeigen.

Bildung und Umwelt

Im SchülerInnenparlament ist auch die Schülervertretung des Borg Lauterach dabei. Im Landtag stellen Schüler aus Vorarlberg Anträge zu Themen, die der Jugend wichtig sind. Diese werden vorgestellt und anschließend diskutiert. Laut Annika gab es in einer Diskussion einen besonders erwähnenswerten Kommentar: „Ein politisches Unterrichsfach macht nur dann Sinn, wenn es einen Lehrerwechsel gibt. Das ist das sogenannte Drehtürmodell. Denn auch Lehrer sind parteiisch. Wir wollen andere Schulen zu einem solchen Projekt motivieren.“ Und Josef fügt an: „Politik ist wichtig, wir kommen nicht um sie herum“, fügt Josef an.