kurz gefragtLR Barbara Schöbi-Fink

Wie sehen Sie Vorarlberg bei der Sprachförderung aufgestellt?

In Vorarlberg sind wir auf einem guten Weg. Wir haben bereits vor einigen Jahren einen klaren Schwerpunkt auf das Thema gelegt und bieten Schulen unter anderem Vorträge, Fortbild­ungen sowie praxisorientierte Projekten zur Unterstützung an. Beispiele sind hier das Sprache-Lesen-Team, welches Angebote für Lehrpersonen im Bereich sprachsensibler bzw. sprachbewusster Unterricht bereitstellt und die Qualifizierung von Lehrpersonen im Unterricht mit Kindern mit anderer Erstsprache unterstützt. Das Sprach-Symposium vergangenen Herbst ist zudem auf großes Interesse gestoßen. Beim Projekt „5 Bausteine umfassender sprachlicher Bildung“ wurde untersucht, was die Elemente einer umfassenden und gelingenden sprachlichen Bildung sind. Daraus sind Mappen für Schulen entstanden, die Basiswissen und guten Praxisbeispielen beinhalten. Jede Volksschule mit Kinder anderer Erstsprache verfügt zudem über Diagnoseverfahren, Förderpläne, Förderkonzepte etc.

Laut Schulstatistik 2018/19 (Statistik ­Austria), sprechen im Ländle 15 Prozent der Volksschüler mit türkischem Hintergrund auch zuhause Türkisch. Wie wichtig ist es Ihrer Ansicht nach für Kinder, Deutsch auch daheim zu sprechen?

Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Die frühe Sprachentwicklung und -förderung ist für alle Lernbereiche wichtig. Wer grundlegende sprachliche Fähigkeiten nicht ausreichend beherrscht, trägt ein erhöhtes Risiko für allgemeine Lernschwierigkeiten. Kindergärten und Schulen bieten für Kinder mit anderer Erstsprache gute Förderangebote an. Auch ganztägige Schulformen sind ein wichtiger Ansatz. Diese Bemühungen und Angebote müssen aber auch durch die Eltern unterstützt werden. Über Initiativen wie Sprachfördernetzwerken, „Elternschule“ oder „Vorarlberg lässt kein Kind zurück“ können Eltern sensibilisiert werden.

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