„Sehen Mehrsprachigkeit und Multikulturalität als Chance“

Dir. Martina Köck

Dir. Martina Köck

Mit einem Anteil von 74 Prozent führt die Volksschule Bregenz-Rieden die Schulstatistik an Kindern mit nicht-­deutscher Muttersprache im Ländle an. WANN & WO sprach mit Direktorin Martina Köck über den Schulalltag.

„Ja, an unserem Standort ist der Anteil der Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache hoch, die gemeinsame Sprache ist aber Deutsch“, stellt Martina Köck auf WANN & WO-Anfrage klar, betont aber zugleich: „Wir sind stolz darauf, 18 verschiedene Muttersprachen zu repräsentieren.“ Mehrsprachigkeit und Multikulturalität seien zwar eine Herausforderung im schulischen Alltag, man nehme sie aber vor allem auch als Chance wahr. „Sprache und Kultur bekommen viel Platz im Unterricht, das Verbindende wird über das Trennende gestellt.“

Gezielte Schwerpunkte

Die Schwerpunkte in der VS Bregenz-Rieden liegen auf „sozialem Lernen, einem angenehmen Miteinander sowie gutem Benehmen in der Klasse und im Schulhaus“, so die Direktorin weiter. Bereits vom ersten Schultag an würden neue Schüler von Paten aus höheren Klassen betreut und in die Schulgemeinschaft eingeführt. „All diese Maßnahmen überwinden viele sprachliche und kulturelle Grenzen – ebenso wie unser Fokus auf Musik, Theater und Kunst. Nichts verbindet unsere Schüler mehr als das gemeinsame Musizieren.“ Die unterschiedlichen Sprachniveaus seien zwar eine Herausforderung, aber bei Weitem nicht die einzige, betont Köck: „Lernerfolg und -fortschritt sind mindestens genauso abhängig von sozialen, psychischen und familiären Aspekten. Im Unterrichtsalltag wird hier in alle Richtungen differenziert, um die besten Ergebnisse zu erzielen.“

„Schulfamilie“

Die Professionalisierung des Teams an der Schule werde auf allen Schulstufen immer weiter ausgebaut, um möglichst strukturiert an sprachlichen Defiziten arbeiten zu können. „Kinder, die der Unterrichtssprache noch nicht folgen können, werden individuell nach ihren Bedürfnissen gefördert. Unsere Bestrebungen, zu einer ,Schulfamilie‘ zusammenzuwachsen, gelingt immer besser – auch durch die engagierte Arbeit unseres Elternvereins.“ Im Bereich des muttersprachlichen Unterrichts wird zudem versucht, neue, kooperative und integrative Wege einzuschlagen. „Die Muttersprache soll mit fundiertem Hintergrund und auch mit dem gebührenden Stolz erlernt und verbessert werden können.“

Intensive Elternarbeit

Allerdings gebe es durchaus Entwicklungen, die den Bemühungen der Schule entgegenwirken: „Insgesamt müssen wir beobachten, dass sich das Sprachangebot in vielen Familien reduziert hat – egal, welche Muttersprache gesprochen wird. Vorlesen, Erzählen wird leider oft durch den Einsatz neuer Medien ersetzt. Dabei ist dieses Sprachangebot wichtig für die sprachliche Entwicklung der Kinder.“ Durch intensive Elternarbeit werde versucht, hier Bewusstsein zu schaffen. „Auf Landesebene wird den Herausforderungen unserer Schule viel Aufmerksamkeit geschenkt. Im Projekt ,Chancen erweitern und Möglichkeiten eröffnen‘ genießen wir eine umfangreiche Unterstützung, um die Lernerfolge unserer SchülerInnen zu verbessern“, so Köck abschließend.

<p class="caption">Der Artikel am vergangenen Wochenende sorgte auf VOL.AT für rege Diskussionen, zudem erhielten wir zahlreiche Rückmeldungen und Leserbriefe. Aufgrund der ­Resonanz beleuchtet WANN & WO das Thema weiter. Faksimile W&W; Fotos: handout/Köck, okay.zusammen leben</p>

Der Artikel am vergangenen Wochenende sorgte auf VOL.AT für rege Diskussionen, zudem erhielten wir zahlreiche Rückmeldungen und Leserbriefe. Aufgrund der ­Resonanz beleuchtet WANN & WO das Thema weiter. Faksimile W&W; Fotos: handout/Köck, okay.zusammen leben

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