Der Tod für Tattoo-Studios?

Das Verbot von „Green 7“ und „Blue 15“ würde das Ende der kunterbunten Tattoos bedeuten. In der Kosmetik werden die Pigmente bereits nicht mehr verwendet – und was auf der Haut nicht erlaubt ist, soll es künftig auch darunter nicht mehr sein. Fotos: Reuters, Sams, WAM

Das Verbot von „Green 7“ und „Blue 15“ würde das Ende der kunterbunten Tattoos bedeuten. In der Kosmetik werden die Pigmente bereits nicht mehr verwendet – und was auf der Haut nicht erlaubt ist, soll es künftig auch darunter nicht mehr sein. Fotos: Reuters, Sams, WAM

Ein geplantes EU-Verbot zweier Farbpigmente, die in zwei Drittel aller Tätowierfarben enthalten sind, alarmiert die Tattooszene – auch in Vorarlberg.

Jeder vierte Österreicher ist tätowiert, wie eine IMAS-Studie von Ende 2019 aufzeigt. Der Trend nach Individualisierung ist ungebrochen. Doch mit dem bunten Körperkult könnte es bald vorbei sein. Denn die EU plant ein Verbot der beiden Farbpigmente „Green 7“ sowie „Blue 15“. Diese beiden Pigmente, die für kosmetische Zwecke bereits unzulässig sind, gelten als wichtige Bestandteile in vielen Tätowierfarben. „Es gibt für die beiden Pigmente bis dato keine Alternative“, betont Andy Haller vom Studio Fat Foogo in Bregenz, „rund 66 Prozent aller Farben wären davon betroffen – das Ende der Farbrealismus-Tattoos.“ Und nicht nur das – denn das Aus könnte gleichzeitig auch das Ende für zahlreiche Studios bedeuten, wie Haller befürchtet: „Das Verbot würde einen großen wirtschaftlichen Schaden mit sich bringen, viele Studios könnten zusperren. Die Sicherheit für die Kunden würde sich dadurch nicht erhöhen – im Gegenteil: Viele würden wieder zu irgendwelchen Hinterhof-Tätowierern rennen.“ Dagegen müssen wir ankämpfen.

„Große Auswirkungen“

„Ironischerweise werden die Pigmente nicht verboten, weil sie ungesund oder gefährlich sind … vielmehr wurden sie in der Kosmetikindustrie nicht mehr genutzt und wurden daher nicht mehr zertifiziert und geprüft“, informiert Mike Geringer von Herzblut Tattoo in Dornbirn weiter. Geringer stellt klar, dass österreichische Tätowierer ohnehin nur geprüfte und freigegebene Farben verwenden dürfen. „Wie dramatisch das Ganze wird, wird sich erst noch zeigen. Aber gerade für Liebhaber der bunten Tattookunst könnten die Auswirkungen sehr groß sein.“

<p class="caption">Mike Geringer</p>

Mike Geringer

<p class="caption">Andy Haller</p>

Andy Haller