Einzelfall oder Alltagsrassismus?

Rassismus: Viele Menschen erfahren leider immer noch Benachteiligungen oder gar Diskriminierungen – auch in Vorarlberg, wie die W&W-Umfrage zeigt. Symbolfoto: AP

Rassismus: Viele Menschen erfahren leider immer noch Benachteiligungen oder gar
Diskriminierungen – auch in Vorarlberg, wie die W&W-Umfrage zeigt. Symbolfoto: AP

In einem Zug im Ländle soll sich am Wochenende ein fremden-feindlicher Vorfall ereignet haben. Einzelfall oder Alltagsrassismus? WANN & WO hat sich umgehört.

Es sind schwere Anschuldigungen, die per Social Media-Post gerade die Runde im Ländle machen: Ein junges Mädchen soll im Zug von Götzis Richtung Bregenz gesessen sein. Da viele Plätze im Waggon unbesetzt waren, habe sie ihre Tasche auf den Sitz neben sich gelegt. Eine ältere Frau sei eingestiegen, an dem Mädchen vorbeigegangen und habe sie angeherrscht, ihre Tasche wegzunehmen und den Platz für sie freizugeben, obwohl rundherum noch Sitzplätze frei waren. Das allein würde schon für einen Aufreger reichen. Aber der eigentliche Aufreger ist, dass es sich in der Geschichte um ein Mädchen mit dunkler Hautfarbe handelte – und die ältere Frau einen überaus rassistischen Ton anschlug: „Dieser Platz ist für mich und nicht für Schwarze. Geh dorthin zurück, wo du herkommst“, soll sie gesagt haben. Diese laut Verfasser wahre Geschichte sorgte für Aufsehen und Ärger im Ländle – und trat Diskussionen los. Zum einen über fehlende Zivilcourage, denn offenbar war niemand dem Mädchen zu Hilfe gekommen und für sie eingestanden. Und zum anderen über Alltagsrassismus in Vorarlberg.

Gesicht zeigen
gegen Rassismus

Denn viele Kommentatoren und Betroffene berichteten von eigenen Erlebnissen. Und zeigten: Die vermeintlichen Einzelfälle sind leider an der Tagesordnung. WANN & WO sprach mit einigen von ihnen, die diesen Rassismus nicht hinnehmen wollen, sondern die ihre Geschichte erzählen, auf das Problem aufmerksam machen und ihr Gesicht gegen Rassismus zeigen wollen.