5 Fragenzu Sprache, Migration und Integration


              „Deutsch auch in der Pause“
            Christof Bitschi, FPÖ: „Die Anzahl an Kindern mit nicht-deutscher Umgangssprache steigt im Ländle immer weiter an. Im Schuljahr 2018/19 hatten wir in 31 Pflichtschulen einen Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache von über 50 Prozent. In manchen Schulen liegt der Anteil bereits bei über 80 Prozent. Dies stellt LehrerInnen vor große Herausforderungen. Mangelnde Deutschkenntnisse dürfen nicht dazu führen, dass einzelne SchülerInnen sich selbst und die anderen vom Fortschritt im Unterricht abhalten. Zur besseren Integration, zur Förderung der Kommunikation und eines besseren Miteinanders der Kinder an unseren Schulen, soll Deutsch als Schulsprache verankert werden – nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen. Den Eltern kommt eine große Verantwortung zu, die auch offensiv eingefordert werden muss. Neben der Sicherstellung des ausreichenden Angebots an Frühsprachförderung müssen wir dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder beim Spracherwerb unterstützen. Es muss ihnen klar gemacht werden, dass sie ihre Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und nicht zu behindern haben. Deutsch ist notwendig, damit die Integration der Kinder und Jugendlichen gelingen kann. Verweigern sie diese Unterstützung und behindern sie den Erwerb der deutschen Sprache ihrer Kinder, muss dies mit der Streichung von Sozialleistungen einhergehen. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder, die in die Schule kommen, ausreichend Deutsch können, um im Unterricht folgen zu können. Mit der Einführung der Deutschklassen im Schuljahr 2018/19 ist dazu ein wichtiger Schritt gelungen. Jetzt gilt es, diese Klassen an allen Schulstandorten im Land umzusetzen, an denen sie nötig sind. “

„Deutsch auch in der Pause“

Christof Bitschi, FPÖ: „Die Anzahl an Kindern mit nicht-deutscher Umgangssprache steigt im Ländle immer weiter an. Im Schuljahr 2018/19 hatten wir in 31 Pflichtschulen einen Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache von über 50 Prozent. In manchen Schulen liegt der Anteil bereits bei über 80 Prozent. Dies stellt LehrerInnen vor große Herausforderungen. Mangelnde Deutschkenntnisse dürfen nicht dazu führen, dass einzelne SchülerInnen sich selbst und die anderen vom Fortschritt im Unterricht abhalten.
Zur besseren Integration, zur Förderung der Kommunikation und eines besseren Miteinanders der Kinder an unseren Schulen, soll Deutsch als Schulsprache verankert werden – nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen. Den Eltern kommt eine große Verantwortung zu, die auch offensiv eingefordert werden muss. Neben der Sicherstellung des ausreichenden Angebots an Frühsprachförderung müssen wir dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder beim Spracherwerb unterstützen. Es muss ihnen klar gemacht werden, dass sie ihre Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und nicht zu behindern haben. Deutsch ist notwendig, damit die Integration der Kinder und Jugendlichen gelingen kann. Verweigern sie diese Unterstützung und behindern sie den Erwerb der deutschen Sprache ihrer Kinder, muss dies mit der Streichung von Sozialleistungen einhergehen. Wir müssen sicherstellen, dass alle Kinder, die in die Schule kommen, ausreichend Deutsch können, um im Unterricht folgen zu können. Mit der Einführung der Deutschklassen im Schuljahr 2018/19 ist dazu ein wichtiger Schritt gelungen. Jetzt gilt es, diese Klassen an allen Schulstandorten im Land umzusetzen, an denen sie nötig sind. “

Wie nehmen Sie die Lage an unseren (Volks-)Schulen, mit einem Schüleranteil mit nicht-deutscher Umgangssprache von bis zu 74 Prozent, wahr?

Was sagen Sie zu den Vorwürfen, dass hohe Anteile von Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache den Unterricht für Kinder mit deutscher Muttersprache erschweren?

Neue Medien sollen den Deutschkompetenzen von Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache oft negativ entgegenwirken. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Welche Rolle spielt das Elternhaus? Und was entgegnen Sie dem Vorwurf des mangelnden Integrationswillens von Einwanderern dritter Generation und der damit verbundenen möglichen Schaffung von Parallelgesellschaften – die nicht zuletzt auch wieder den Kindern schadet?

Wo sehen Sie Vorarl­berg auf einem guten Weg, wo gibt es aber noch Probleme – auch in Hinblick auf künftige Entwicklungen?

<p class="title">
              „Eltern sind oft überfordert“
            </p><p class="title">Manuela Auer, SPÖ: „Dass es im Land Volksschulen gibt, in denen viele Kinder Deutsch kaum beherrschen, ist Fakt. Aufgrund der verfehlten Wohnbaupolitik betrifft dies vor allem Schulsprengel im urbanen Bereich. Gerade diese Schulen benötigen viel Unterstützung seitens des Landes. Wir fordern für Volksschulen das Zwei-Klassenlehrer­Innen-System, damit Kindern mit sprachlichen oder anderen Problemen geholfen werden kann. Dabei wäre es einen Versuch wert, FreizeitpädagogInnen anzustellen, um dem Lehrpersonal helfend beiseite zu stehen. Sollten neue Medien oder das Kinderprogramm im Fernsehen nicht auf Deutsch konsumiert werden, profitieren die Deutschkenntnisse nicht davon. Eltern spielen eine wichtige Rolle. In Elternberatungsgesprächen sollten Experten darauf hinweisen, welche Möglichkeiten es gibt, Deutsch zu Hause zu fördern. Erziehung zur Zweisprachigkeit wäre die Lösung. Leider sind viele Eltern bei der Vermittlung der deutschen Sprache völlig überfordert. Mit Strafen werden wir hier nicht weit kommen. Grundsätzlich ist Mehrsprachigkeit ja positiv. Deutsch spricht man ohnehin während der Unterrichtsstunden. Ebenso glauben wir, dass die Eltern dazu animiert werden sollten, ihr Kind in der Öffentlichkeit Deutsch sprechen zu lassen. Ein Zwang zur Deutschsprachigkeit während der Pausen wäre nicht zielführend. Das Land Vorarlberg ist bei den Brennpunktschulen mit vier Schulen immer noch im Versuchsstadium. Hier muss viel schneller gehandelt werden. Es gibt viele Schulen im urbanen Bereich, die dringend eine niederschwellige Hilfe in Form von Unterstützungspersonal benötigen. “</p>

„Eltern sind oft überfordert“

Manuela Auer, SPÖ: „Dass es im Land Volksschulen gibt, in denen viele Kinder Deutsch kaum beherrschen, ist Fakt. Aufgrund der verfehlten Wohnbaupolitik betrifft dies vor allem Schulsprengel im urbanen Bereich. Gerade diese Schulen benötigen viel Unterstützung seitens des Landes. Wir fordern für Volksschulen das Zwei-Klassenlehrer­Innen-System, damit Kindern mit sprachlichen oder anderen Problemen geholfen werden kann. Dabei wäre es einen Versuch wert, FreizeitpädagogInnen anzustellen, um dem Lehrpersonal helfend beiseite zu stehen. Sollten neue Medien oder das Kinderprogramm im Fernsehen nicht auf Deutsch konsumiert werden, profitieren die Deutschkenntnisse nicht davon. Eltern spielen eine wichtige Rolle. In Elternberatungsgesprächen sollten Experten darauf hinweisen, welche Möglichkeiten es gibt, Deutsch zu Hause zu fördern. Erziehung zur Zweisprachigkeit wäre die Lösung. Leider sind viele Eltern bei der Vermittlung der deutschen Sprache völlig überfordert. Mit Strafen werden wir hier nicht weit kommen. Grundsätzlich ist Mehrsprachigkeit ja positiv. Deutsch spricht man ohnehin während der Unterrichtsstunden. Ebenso glauben wir, dass die Eltern dazu animiert werden sollten, ihr Kind in der Öffentlichkeit Deutsch sprechen zu lassen. Ein Zwang zur Deutschsprachigkeit während der Pausen wäre nicht zielführend. Das Land Vorarlberg ist bei den Brennpunktschulen mit vier Schulen immer noch im Versuchsstadium. Hier muss viel schneller gehandelt werden. Es gibt viele Schulen im urbanen Bereich, die dringend eine niederschwellige Hilfe in Form von Unterstützungspersonal benötigen. “

<p class="title">
              „Mehr qualifiziertes Personal“
            </p><p class="title">Sabine Scheffknecht NEOS: „Die 74 Prozent sind eine Herausforderung, weshalb es mehr qualifizierte Lehrpersonen an Brennpunktschulen braucht. Es ist wichtig, einen möglichst niedrigen Betreuungsschlüssel von Kindern pro Lehrperson zu haben, damit Kinder mit Sprachdefiziten genauso gefördert werden, wie jene, die schneller lernen. Die Frage des Miteinanders lässt sich auch nicht automatisch damit begründen, ob Deutsch im Schulhof gesprochen wird oder nicht. Alle pädagogischen Erfahrungen und Expertisen haben gezeigt, dass es nicht nur diskriminierend, sondern auch schädlich für den Sprachlernprozess ist, wenn nur Deutsch gesprochen wird. Wir müssen davon wegkommen, dass nur noch populistische Vorschläge in die Bildungspolitik einfließen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit neuen Medien soll Teil der vermittelten Sozialkompetenzen werden, damit Kinder sich hier nicht selbst überlassen werden. Die Aufgabe der Bildungspolitik ist es, im Rahmen der Schule entsprechende Sprachkompetenzen zu vermitteln. Wenn kein Kind zurückgelassen wird und jedes Kind mit guten Deutschkenntnissen die Schule verlässt, lösen sich Parallelgesellschaften auf. Probleme gibt es bei der Unterstützung der Brennpunktschulen.“</p>

„Mehr qualifiziertes Personal“

Sabine Scheffknecht NEOS: „Die 74 Prozent sind eine Herausforderung, weshalb es mehr qualifizierte Lehrpersonen an Brennpunktschulen braucht. Es ist wichtig, einen möglichst niedrigen Betreuungsschlüssel von Kindern pro Lehrperson zu haben, damit Kinder mit Sprachdefiziten genauso gefördert werden, wie jene, die schneller lernen. Die Frage des Miteinanders lässt sich auch nicht automatisch damit begründen, ob Deutsch im Schulhof gesprochen wird oder nicht. Alle pädagogischen Erfahrungen und Expertisen haben gezeigt, dass es nicht nur diskriminierend, sondern auch schädlich für den Sprachlernprozess ist, wenn nur Deutsch gesprochen wird. Wir müssen davon wegkommen, dass nur noch populistische Vorschläge in die Bildungspolitik einfließen. Der verantwortungsbewusste Umgang mit neuen Medien soll Teil der vermittelten Sozialkompetenzen werden, damit Kinder sich hier nicht selbst überlassen werden. Die Aufgabe der Bildungspolitik ist es, im Rahmen der Schule entsprechende Sprachkompetenzen zu vermitteln. Wenn kein Kind zurückgelassen wird und jedes Kind mit guten Deutschkenntnissen die Schule verlässt, lösen sich Parallelgesellschaften auf.
Probleme gibt es bei der Unterstützung der Brennpunktschulen.“