Fragen an Harald LonghiLeiter Gruppe IT – Landeskriminalamt

Welche Gefahren ergeben sich durch die Deep­fake-Technologie?

Deepfakes sind eine Weiterentwicklung aus der Filmtechnik, um Animationen realistischer wirken zu lassen. Natürlich kann die Technologie auch missbraucht werden. Dafür ist allerdings ein hoher technischer Aufwand nötig. Kriminalpolizeilich haben wir vermehrt mit Erpressungsmails zu tun, in denen Geld gefordert wird, ansonsten werde ein entsprechendes Video veröffentlicht. Ein großes Problem gibt es auch bei unter 14-Jährigen, etwa im Umgang mit Apps wie „Face ­Swap“. Der Spaß kann schnell nach hinten losgehen. Da ist auch ein Bewusstsein bei den Eltern gefragt.

Wie kann man sich effektiv vor Deepfakes schützen? 


Kurz gesagt: Nicht fotografieren lassen. Gerade bei Personen öffentlichen Interesses ist das nicht einfach. Auch Menschen, die sich nicht mit Social Media beschäftigen, können leicht Opfer werden, wenn im Netz ohne ihr Wissen Bilder auftauchen.

Wie sollten Betroffene reagieren und an wen können sie sich gegebenenfalls wenden?

Ein Grundsatz im Netz lautet: „Don’t feed the Troll“. Betroffene sollten möglichst unaufgeregt um Löschung der Inhalte bitten. Erpressung und ähnliche Sachverhalten sollten umgehend der Polizei gemeldet werden.

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