Fastend zur ewigen Jugend

Für einen Selbstversuch musste der Fitness-Trainer zunächst 15 Kilogramm zunehmen, um diese dann mit dem eigenen Konzept in 40 Tagen wieder loszuwerden. Foto: handout/Österle

Für einen Selbstversuch musste der Fitness-Trainer zunächst 15 Kilogramm zunehmen, um diese dann mit dem eigenen Konzept in 40 Tagen wieder loszuwerden. Foto: handout/Österle

Der siebenfache „Mr. Universum Fitness“ Bernd Österle über sein neues Buch und das Fasten.




Die Fastenzeit ist in vollem Gange. Diese dient heutzutage jedoch nicht mehr nur dem Glauben, sondern auch der eigenen Gesundheit – ein Thema, mit dem sich besonders einer wirklich auskennen durfte: Als mehrfacher Fitness-Weltmeister und diplomierter Personaltrainer ist immerhin Bernd Österles Körper sein Kapital. Sein Wissen teilt der siebenfache „Mr. Universum Fitness“ zusammen mit Mediziner Prof. DDr. Johannes Huber in dem Buch „Die Anti-Aging Revolution: Spielend schlank. Länger jung.“

Vorarlbergs Fitness-Kanone

Ein lebendes Beispiel hierfür ist der Fitness-Trainer selbst: Mit stolzen 45 Jahren ist Österle wohl fitter, als die meisten Mittzwanziger. Praktische Erfahrung von stolzen 20 Jahren zeichnen ihn als Experten in seinem Gebiet aus. Doch ein „Mr. Fitness Universum“ fällt nicht einfach vom Himmel. Auch Bernd Österle hat mal klein angefangen: Begonnen hat alles mit ersten kleinen Fitness-Wettkämpfen. Schnell stand fest, dass er seine Leidenschaft gefunden hatte: Er trainierte härter, erlangte immer mehr Anerkennung – erst in Vorarlberg, dann in Österreich und irgendwann auch international. 2001 holte sich der Vorarlberger seinen ersten „Mr. Universum Fitness“-Titel, es sollte nicht der letzte sein. Wichtig war ihm jedoch immer, es sich nicht unnötig schwer zu machen. Auch eine spielerische Taktik führt zum erwünschten Ergebnis: Das zeigt sich auch in seinem Buch. Ein darin enthaltenes Kartenspiel entscheidet vierzig Tage lang über die Ernährungsform des jeweiligen Tages. Dabei legten die beiden Autoren, entgegen anderer Diäten, Wert auf eine abwechslungsreiche Methode. Sollte sich der Körper nämlich an eine Methode gewöhnen, schlafe der Stoffwechsel ein: „Wir haben versucht, unseren schlauen Organismus zu überlisten, noch schlauer zu sein.“ Auch wenn die Methode nur für vierzig Tage ausgelegt ist, sieht Bernd positive Auswirkungen für den gesamten Lebensstil: „Die Basis bleibt hängen, auch wenn das Fasten nach dieser Zeit nicht mehr ganz so konsequent verfolgt wird.“

Ziel der Autophagie

Fasten ist aber nicht gleich Fasten. Es gibt unterschiedlichste Formen: Beim Intervall-Fasten, auch 16-8-Methode genannt, darf nur in einem Zeitraum von acht Stunden am Tag Nahrung zu sich genommen werden. Dabei komme es jedoch häufig zu Missverständnissen: „Oft wird davon ausgegangen, dass das Frühstück ausgelassen werden sollte. In Wahrheit sollte jedoch auf das Abendessen verzichtet werden.“ Die letzte Mahlzeit des Tages solle spätestens um 16 Uhr zu sich genommen werden, damit sich der Glykogenspeicher, also die in den Zellen aufgenommenen Kohlenhydrate, bis Mitternacht geleert hat, führt Österle fort. „So erreicht der Organismus den Zustand der Autophagie, das oberste Ziel des Fastens. In diesem Stadium bezieht der Organismus seine Energie durch das Zerstören von bösartigen Zellen, die Platz für gutartige machen.“ Weiters komme es zu einer Ausschüttung von Wachstumshormonen, was einen „Anti-Aging“-Effekt zur Folge habe. In einem Fasten-Selbstversuch konnte bei Österle nach nur einem Tag ein um 815 Prozent höherer Wachstumshormongehalt festgestellt werden.

Richtig Fasten

Je länger gefastet wird, umso länger befindet sich der Organismus in der Autophagie. Optimal seien 24 Stunden, erklärt Österle. Um diese psychisch durchzustehen, rät der Fitness-Coach: „Ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt zu sich nehmen.“ Während des Fastens sollte auch genau darauf geachtet werden, welche Flüssigkeiten zu sich genommen werden: Lediglich Wasser, ungesüßter Tee sowie Kaffee ohne Milch erlauben es dem Körper, in den autophagen Zustand zu gelangen. Selbst auf Suppen sollte verzichtet werden. Außerdem sei es wichtig, sich langsam zu steigern und auf den Körper zu hören. Der Blutzuckerspiegel stelle jedoch in den meisten Fällen kein Problem dar: „Fährt der Insulinspiegel herunter, beginnt der Organismus Ketonkörper zu produzieren. Diese werden aus Fett gewonnen und dienen dem Gehirn als eine Art Kohlenhydrat.“ Mit dem Fasten wäre es kein Problem mehr, bis ins hohe Alter schlank und jung zu bleiben, meinen Österle und Huber.

Zur Person

Name: Bernd Österle

Geburtsdatum: 21.07.1974

Wohnort: Schaan

Titel: Mr. Universum Fitness

Ehrung: Platz in der Hall of Fame

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