Bindungsunfähig?

Was sind die Gründe für die häufigen Partnerwechsel?  Foto: Symbolbild/Sams(1)/Heel (1) handout(4)

Was sind die Gründe für die häufigen Partnerwechsel?  Foto: Symbolbild/Sams(1)/Heel (1) handout(4)

Wie lebt und liebt die junge Generation zwischen 20-40 Jahren? W&W hat sich umgehört.


Junge Menschen besitzen heute nicht nur mehr Kleidungsstücke, reisen mehr und wechseln öfters den Job – auch die Partner wechselt die Generation der 20-40-Jährigen heute öfters, als es ihre Eltern getan haben. Was bedeutet
Partnerschaft und Liebe für dich? Ist die Heirat ein erstrebenswertes Ziel? Geben wir zu schnell auf, sobald der erste Beziehungsstress eintritt? Sind wir gar bindungsunfähig? Das ist nur einer von vielen
Vorwürfen, mit welchen junge
Leute heute konfrontiert sind.
WANN & WO hat sich umgehört. Des Weiteren beantwortet Liebes- und Sexualberaterin Bettina Schwung drei Fragen.

Drei Fragen...

1) Frau Schwung, die jüngere Generation sieht sich oft mit dem Vorwurf der Bindungsunfähgkeit konfrontiert.

„Es ist heute einfacher, unverbindlichen Sex zu haben, als sich auf jemanden einzulassen. Trotzdem stehen Werte wie Familie, lange Freundschaften und eine feste Partnerschaft noch immer ganz oben auf der Werteskala. Der Gedanke etwas zu verpassen, möglichst viel zu erleben, ist im Gegenzug sehr präsent.“

2) Ist immer noch die monogame Liebesbeziehung, die am meisten geführte nach Ihren Erfahrungen, oder tendieren wir zu liberaleren Beziehungsformen?

„Die monogame Liebesbeziehung (exklusive Beziehung zweier Menschen) ist noch das präferierte Beziehungs-
modell, mit jedoch nicht selten geführten geheimen Außenbeziehungen oder Affären – auch wenn das keiner hören will. Was mir auffällt, ist, dass sich viele nicht mehr für ein ganzes Leben lang verpflichten möchten im Sinne des Ehegelübdes ‚bis dass der Tod euch scheidet‘. Es gilt eher das Motto ‚bis dass die Liebe tot ist‘.“

3) Was sind die heutigen
Herausforderungen in Beziehungen im Vergleich zu früher?

„Fast jede Beziehungsform ist bei uns ‚lebbar‘. Die traditionelle Rollenaufteilung, wie sie vor 30 Jahren gängig war, gibt es so nicht mehr. Heute gibt es beliebig verschiedene Beziehungsformen. Es fehlen jedoch Vorbilder, wie zum Beispiel Menschen, die uns polyamouröse Beziehungen (das Führen gleichzeitiger liebevoller Beziehungen zu mehr als einer Person mit Wissen und Einverständnis aller Beteiligten), sowie Patchwork positiv vorleben.“