Liebe und Leidenschaft: Statements junger Menschen

Alexander Stachl, 32, Dornbirn: „Wir wechseln öfters die Partner, weil wir Angst haben, etwas zu verpassen. Zeit und eine offene Kommunikation sind das Allerwichtigste für eine intakte Beziehung. Nur so kann man gemeinsam wachsen und sich bei dieser Entwicklung gegenseitig unterstützen. Die Rollenbilder von Mann und Frau halte ich für Konstrukte unserer Kultur. Andere Sexpartner zu haben, ist für mich durchaus vorstellbar, solange man sich seiner Gefühlswelt bewusst ist und nichts verheimlicht. Ich würde den Begriff bindungsunfähig eher als ‚teilungsunfähig‘ bezeichnen. Wir stecken heute sehr viel Zeit und Ressource in unsere Selbstfindung. Viele empfinden einen Partner in dieser Phase als hinderlich. Eine größere Teilungsfreude kommt somit im Alter, wenn sich die Angst vor Vereinsamung breit macht.“

Alexander Stachl, 32, Dornbirn: „Wir wechseln öfters die Partner, weil wir Angst haben, etwas zu verpassen. Zeit und eine offene Kommunikation sind das Allerwichtigste für eine intakte Beziehung. Nur so kann man gemeinsam wachsen und sich bei dieser Entwicklung gegenseitig unterstützen. Die Rollenbilder von Mann und Frau halte ich für Konstrukte unserer Kultur. Andere Sexpartner zu haben, ist für mich durchaus vorstellbar, solange man sich seiner Gefühlswelt bewusst ist und nichts verheimlicht. Ich würde den Begriff bindungsunfähig eher als ‚teilungsunfähig‘ bezeichnen. Wir stecken heute sehr viel Zeit und Ressource in unsere Selbstfindung. Viele empfinden einen Partner in dieser Phase als hinderlich. Eine größere Teilungsfreude kommt somit im Alter, wenn sich die Angst vor Vereinsamung breit macht.“

<p>Hanna Sacher, 26, Götzis: „Nur weil unsere Generation weniger heiratet, büßt die Partnerschaft deshalb nicht an Qualität ein. Wir sehen es heute nicht als ‚fail‘, wie das nach einer Scheidung oft den Anschein macht. Ich muss für mich persönlich das Gefühl haben, dass die Beziehung heute und jetzt wertvoll für mich ist. Im Falle einer Trennung, möchte ich mir sagen können: ‚Die Beziehung war schön und ich bin dankbar dafür‘. Dass wir uns heute häufiger trennen, finde ich nicht schlimm. Ich beneide niemanden, der in einer Partnerschaft verharrt aufgrund von materiellen Dingen, wie einem gemeinsamen Haus, einem Kredit oder dem Ehering. Wenn einem nur mehr jene Sachen zusammenhalten, verpasst man viel an Lebensfreude. Die Ehe ist für mich persönlich deshalb auch kein Muss.“</p>

Hanna Sacher, 26,
Götzis: „Nur weil unsere Generation weniger heiratet, büßt die Partnerschaft deshalb nicht an Qualität ein. Wir sehen es heute nicht als ‚fail‘, wie das nach einer Scheidung oft den Anschein macht. Ich muss für mich persönlich das Gefühl haben, dass die Beziehung heute und jetzt wertvoll für mich ist. Im Falle einer Trennung, möchte ich mir sagen können: ‚Die Beziehung war schön und ich bin dankbar dafür‘. Dass wir uns heute häufiger trennen, finde ich nicht schlimm. Ich beneide niemanden, der in einer Partnerschaft verharrt aufgrund von materiellen Dingen, wie einem gemeinsamen Haus, einem Kredit oder dem Ehering. Wenn einem nur mehr jene Sachen zusammenhalten, verpasst man viel an Lebensfreude. Die Ehe ist für mich persönlich deshalb auch kein Muss.“

<p>Aurelia Bösch, 22, Hohenems: „Eine gute Kommunikation und Empathie sind in einer Partnerschaft das Allerwichtigste. Außerdem muss man bereit und offen sein, Kompromisse einzugehen. Unsere Generation heiratet wohl deshalb nicht mehr so oft, weil die finanzielle Abhängigkeit vom Partner nicht mehr gegeben ist. Früher wurden aus der gesellschaftlichen Perspektive Trennungen nicht gerne gesehen. Da ist man heute offener. Wenn ich eine Beziehung eingehe, glaube ich jedoch fest daran, dass sie für immer hält – sonst gehe ich sie doch erst gar nicht ein. Dass wir bindungsunfähig geworden sind, bezweifle ich. Eher glaube ich, dass Selbstverwirklichung einen größeren Stellenwert einnimmt. Ich persönlich kenne niemanden, der meiner Ansicht nach, zu schnell das Handtuch geworfen hat.“</p>

Aurelia Bösch, 22, Hohenems: „Eine gute Kommunikation und Empathie sind in einer Partnerschaft das Allerwichtigste. Außerdem muss man bereit und offen sein, Kompromisse einzugehen. Unsere Generation heiratet wohl deshalb nicht mehr so oft, weil die finanzielle Abhängigkeit vom Partner nicht mehr gegeben ist. Früher wurden aus der gesellschaftlichen Perspektive Trennungen nicht gerne gesehen. Da ist man heute offener. Wenn ich eine Beziehung eingehe, glaube ich jedoch fest daran, dass sie für immer hält – sonst gehe ich sie doch erst gar nicht ein. Dass wir bindungsunfähig geworden sind, bezweifle ich. Eher glaube ich, dass Selbstverwirklichung einen größeren Stellenwert einnimmt. Ich persönlich kenne niemanden, der meiner Ansicht nach, zu schnell das Handtuch geworfen hat.“

<p>Paolo Contreras, 38, Bregenz: „Eine wertvolle Partnerschaft basiert für mich auf dem Bemühen Momente und Erlebnisse des Respekts, der Liebe und der Unterstützung zu schaffen. Das Ganze basierend auf einer ehrlichen Kommunikation. Ich habe den Eindruck, dass wir uns eine Partnerschaft oft zu schön malen und uns nicht bewusst sind, dass wir nicht nur tolle und kraftvolle Momente miteinander teilen, sondern sie auch aus sehr schwierigen Phasen besteht, die es gemeinsam durchzustehen gilt. Heirat als Ultimatum einer Beziehung zu sehen, ist am Ziel vorbeigeschossen. Der Weg ist das Ziel. Wir fallen und stehen wieder auf. Am schönsten ist es natürlich, wenn das mit ein- und derselben Person passiert. Unser Zeitgeist hat die eigentliche Bedeutung einer Heirat zunichte gemacht, deshalb sehe ich darin keinen Sinn mehr.“</p>

Paolo Contreras, 38, Bregenz: „Eine wertvolle Partnerschaft basiert für mich auf dem Bemühen Momente und Erlebnisse des Respekts, der Liebe und der Unterstützung zu schaffen. Das Ganze basierend auf einer ehrlichen Kommunikation. Ich habe den Eindruck, dass wir uns eine Partnerschaft oft zu schön malen und uns nicht bewusst sind, dass wir nicht nur tolle und kraftvolle Momente miteinander teilen, sondern sie auch aus sehr schwierigen Phasen besteht, die es gemeinsam durchzustehen gilt. Heirat als Ultimatum einer Beziehung zu sehen, ist am Ziel vorbeigeschossen. Der Weg ist das Ziel. Wir fallen und stehen wieder auf. Am schönsten ist es natürlich, wenn das mit ein- und derselben Person passiert. Unser Zeitgeist hat die eigentliche Bedeutung einer Heirat zunichte gemacht, deshalb sehe ich darin keinen Sinn mehr.“

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