ContraInterview mit Jugendstadträtin Laura Fetz

SR Laura Fetz

SR Laura Fetz

„Stadt will Kontrolle über Jugendarbeit“

Warum laufen sie aktuell Sturm? Weil über die Köpfe von denen hinweg entschieden wird, die es angeht. Das sind zuallererst die Jugendlichen, aber auch die Jugend­arbeiterInnen, die als Profis auf ihrem Gebiet eine Menge Fachwissen über die Lebenswelt vieler Jugendlichen in Feldkirch haben.

Wie viel politische Einflussnahme steckt in der neuen Strategie? Es geht auch darum, bessere Kontrolle über die Jugendlichen und die Jugendarbeit zu haben. Darum soll die Offene Jugendarbeit (OJAF im Graf Hugo) in die städtische Verwaltung integriert werden. Das bedeutet den Verlust der Selbstverwaltung, ein Kulturgut, das seit Gründung des Hauses wichtiger Bestandteil des Selbstverständnisses der OJAF ist. Ich befürchte, dass auch die politische und gesellschaftliche Einflussnahme durch die Nähe zur städtischen Verwaltung größer sein wird. Jugendliche brauchen eine unabhängige Interessensvertretung, die für sie einsteht.

Wurden die Verantwortlichen ins Konzept eingebunden? Ich kann von mir persönlich berichten, dass ich zwar erst seit Kurzem Jugendstadträtin bin, aber seit Wochen versuche, Einblick in die nötigen Daten zu erhalten. Die nun vorliegende Jugendstrategie habe ich erst vor Kurzem erhalten. Auch habe ich mich um den Dialog mit allen Beteiligten bemüht und Empfehlungen auch in Richtung Bürgermeister ausgesprochen. Mein Wissen als Fachfrau auf diesem Gebiet wurde jedoch als unwichtig abgetan. Der Verein klagt ebenfalls darüber, nun „vor vollendeten Tatsachen zu stehen.“

Was müsste sich im Beschluss ändern? Es müsste eine reale und breite Beteiligung (durch Jugendliche und JugendvertreterInnen) zustande kommen. Die Stadt Feldkirch sollte einer unabhängigen, wissenschaftlichen Forschungseinrichtung den Auftrag für ein so wichtiges Strategiepapier geben.

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