PROInterview mit Bürgermeister Wolfgang Matt

Bgm. Wolfgang Matt

Bgm. Wolfgang Matt

„Jugendarbeit verträgt Politik“

Wurden die Verantwortlichen der OJAF in die neue Jugendstrategie eingebunden? GF und Vorstand waren über den Workshop sowie die Befragung eingebunden. Informationen sind über den Jugendausschuss und die damalige Stadträtin im Oktober 2019 erfolgt, alle Genannten waren anwesend. Damals herrschte Zustimmung.

Wieso macht eine Integration in die städtische Verwaltung Sinn? Um eine Jugendstrategie im ganzheitlichen, sozialräumlichen Sinne umzusetzen. Diese Struktur stellt sicher, dass innerhalb des direkten Wirkungsfelds der Stadt übergreifend agiert werden kann – effektive Jugendarbeit, flächendeckend für alle Jugendlichen mit einheitlicher Steuerung und Koordination.

Wie autonom ist Jugendarbeit? Indirekt ist der Verein OJAF bereits jetzt Auftragnehmer der Stadt. Sein Auftrag ist in einem Kooperationsvertrag verschriftlicht. Von „Autonomer Jugendarbeit“ im ganz strengen Sinn kann also nicht mehr wirklich gesprochen werden.

Wieso wurde der Termin der Beschlussfassung bereits auf nächsten Dienstag gelegt? Der Zeitplan zur Jugendstrategie wurde im letzten Jahr festgelegt. Aufgrund von Corona ist die Beschlussfassung um eine Stadtvertretungssitzung „nach hinten gerutscht“. Da im Herbst weitere große Prozesse und Projekte starten, die direkten Einfluss auf die Jugendarbeit nehmen und umgekehrt, ist es sehr wichtig, dass die Organisationsstruktur jetzt verändert wird.

Wie viel Politik verträgt Jugendarbeit? Dass die Arbeit mit jungen Menschen politisch ist, versteht sich von selbst. Dass die junge Generation sich an der Elterngeneration reibt, ja, sogar reiben muss, ist wichtig. Alles, was sich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegt, ist wichtig für den gesellschaftlichen Diskurs. Kurz gesagt: Jugend­arbeit verträgt Politik, ohne ­Einschränkung.

Wann & Wo | template