Nightlife: Vom Party-Cluster zur Geisterstadt

In der Dornbirner Sportsbar herrschte am Wochenende gähnende Leere. Symbolfoto: handout/privat

In der Dornbirner Sportsbar herrschte am Wochenende gähnende Leere. Symbolfoto: handout/privat

Eine Woche nach dem Dornbirner Party-Cluster-Skandal wird die Sperrstunde auf 22 Uhr herabgesetzt. W&W sprach mit Nachtlokal-Besitzern.




Das Aufdecken eines Party-Clusters in einer Dornbirner Bar sorgte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen. Dies sollte noch weitreichende Folgen haben, wie am Wochenende deutlich wurde. Die Dornbirner Innenstadt war wie leer gefegt. Nur einzelne Nachteulen verirrten sich in die Sportsbar und das sonst gut besuchte Mr. John’s, das aufgrund des Party-Cluster-Skandals unter Kritik stand. Der Grüne Pavillion musste den Clubbereich im Keller schließen und bot nur mehr im Café begrenzte Sitzmöglichkeiten, die schnell vergriffen waren. Und um in den Club Vakanz rein zu kommen, brauchte es schon mal etwas Wartenzeit – nicht aber, wie sonst üblich, aufgrund eines hohen Andrangs, sondern wegen genau durchgeführter Sicherheitsmaßnahmen. Jedem Besucher wurde noch vor der Tür die Temperatur gemessen, danach folgte das Eintragen der persönlichen Daten in eine Liste. Das Dornbirner Nachtleben ist vorsichtiger geworden, das dürfte jedem klar sein, der das vergangene Wochenende vor Ort miterlebt hat.

Sperrstunde vorverlegt

Doch dieser Eindruck sollte nicht täuschen. Um dem Cluster so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten, kam es am Wochenende besonders in Dornbirn vermehrt zu Schwerpunktkontrollen der Polizei. Das Hauptaugenmerk dabei lag bei der Einhaltung der Personengruppen-Obergrenzen und der Sperrstunde. Doch damit nicht genug: Gestern verkündete die Bundesregierung noch radikalere Maßnahmen in Teilen Österreichs. Bundeskanzler Kurz einigte sich mit den ÖVP-Landeschefs Markus Wallner (Vorarlberg), Wilfried Haslauer (Salzburg) und Günther Platter (Tirol) auf eine Vorverlegung der Sperrstunde. Anstatt um 1 Uhr morgens, haben die Partynächte im Ländle nun schon um 22 Uhr zu enden. Viele Gastronomen sind entsetzt, darunter Thomas Krobath, der mit sofortiger Wirkung beschloss, die Vabrik während dieser Zeit gänzlich geschlossen zu halten.

<p class="caption">Im Schlachthaus sorgten während des Discopowerboxxx-Konzerts sogenannte „Platzhalte-Flamingos“ für Ordnung.</p>

Im Schlachthaus sorgten während des Discopowerboxxx-Konzerts sogenannte „Platzhalte-Flamingos“ für Ordnung.

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