„Er wollte nur mein Geld!“

Nie hätte Alexandra damit gerechnet, in eine Betrugsmasche gestolpert zu sein. Symbolfoto: Sams

Nie hätte Alexandra damit gerechnet, in eine Betrugsmasche gestolpert zu sein. Symbolfoto: Sams

Alexandras Freundin wurde sofort klar, dass irgendwas an dieser Geschichte faul sein musste. Immerhin hatte ihr ein anderer Bekannter nur eine Woche zuvor von haargenau dem gleichen Szenario mit einer amerikanischen Frau berichtet. So lässt sie sich ein Foto des vermeintlich so tollen Manns zu schicken und beginnt zu recherchieren. Unter anderem lässt sie hierfür das Bild über die Google Bildersuche zurückverfolgen. Und dann war schnell alles klar: Es öffnen sich dutzende Social Media-Profile mit den unterschiedlichsten Daten und Namen. Nur das Bild haben sie alle gemeinsam. Durch weiteres Nachforschen stößt die Freundin auf eine Betrugs- oder sogenannte Scammer-Masche. Darin erstellen diverse Männer, oft aus Nigeria stammend, diverse Profile mit Hilfe der Bilder von US-amerikanischen Soldaten. Sie erfinden verschiedene Identitäten und gehen dann auf Frauen-, aber auch auf Männerjagd. Erst binden sie durch Schmeicheleien und das Vorgaukeln von Liebe das Gegenüber an sich, dann folgen erlogene Schicksalsschläge wie ein krankes Kind oder Jobverlust, um Empathie in ihrem Opfer zu wecken. Diese wollen den Liebsten in der schwierigen Lage unterstützen – dann schnappt die Falle zu. Sie werden finanziell ausgenommen. Auch Alexandra dohte ein solches Schicksal: „Hätte mich meine Freundin nicht gewarnt, wäre ich vermutlich darauf reingefallen.“ Auf W&W-Anfrage bestätigt auch Andreas Gantner, Chefinspektor des Landeskriminalamts: „Den Schilderungen zufolge liegt hier ein sogenannter Love- oder Romance-Scam vor. Bei dieser Betrugsform nutzen Täter die vermeintliche Zuneigung von Frauen und Männern, um so lange – und vor allem so viel als möglich – Geld oder Wertgegenstände aus den Opfern herauszulocken. Über Social Media, Kontaktbörsen oder auch WhatsApp, gaukeln die Betrüger eine ernste Beziehung vor und beuten das Gegenüber in weiterer Folge finanziell aus. Auch in Vorarlberg wurden solche Fälle bereits angezeigt. Der finanzielle Schaden betrug mehrere 100.000 Euro.“

Liebe macht blind!

<p class="caption">ChefInsp Gantner. Foto: LPD</p>

ChefInsp Gantner. Foto: LPD

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