Ich glaube an mich!

Fanny und Stephi bei der Aufzeichnung einer Episode von „Me On Air“. Fotos: handout/Rittmann

Fanny und Stephi bei der Aufzeichnung einer Episode von „Me On Air“. Fotos: handout/Rittmann

Ein Vorarlberger Podcast mit Erfahrungswerten und wahren Geschichten ohne Zensur.

Nicht nur das alltägliche Leben hat sich seit dem Beginn der Pandemie stark verändert, sondern auch die Prioritäten der Vorarlberger Kulturlandschaft verlagerten sich in bislang unüblichere Bereiche. Der Fortbestand verschiedenster kultureller Veranstaltungen und Angebote wurde durch eine Anpassung der bestehenden Formate gesichert. Aufgrund dieser Neuerungen konnte selbst für die anfänglich mit schweren Bedenken konfrontierte Kulturlandschaft eine Form der Konformität in Zeiten der Krise zustande gebracht werden.

Eine Frage des Formats

Mit beispielhaftem Vorbild ging die Offene Jugendarbeit Bludenz voran, die ihre bereits etablierte Veranstaltung „Me On Stage“ zwar nicht mehr auf die Bühne bringen durfte, jedoch ein anderes Sprachrohr für sich entdeckte. Wortwörtlich wandelten die Jugendlichen zusammen mit der Villa K. ihr Projekt kurzerhand in ein rein sprachliches Programm um und erschufen den Vorarlberger Podcast „Me On Air“. „Somit verwenden wir zwar ein anderes Format als Sprachrohr unserer Initiative, jedoch wird das, was unser Projekt ausmacht, weiterhin beibehalten. Der Podcast bietet nun auch für Publikumsscheue eine Möglichkeit das Wort zu ergreifen. Besonders mein ­Kollege Lukas Neßler investiert sehr viel Herzblut in das Projekt“, erklärt eine der ­Hauptverantwortlichen – Jugend­arbeiterin Tina Rittmann.

Ein Projekt mit Herz

„Das Projekt entsteht, lebt und fällt mit der ­Selbstwirksamkeit der Jugendlichen. Sie kreieren und erarbeiten die Podcasts ­selbstständig miteinander im Team“, meint Frau ­Rittmann. Bei diesem Projekt erzählen die Redner frei von Wertungen und ohne jegliche Zensur ihre ganz persönlichen Geschichten auf einer emotionalen Begegnungs­ebene. Durch diese offene ­Kommunikationsbasis, in der ausschließlich die Person an sich in den Fokus gerückt wird, geben die Erzähler ihre persönlichen Lebenserfahrungen weiter und finden sich in einem geschützten Umfeld der Solidarität und des Zusammenhalts wieder. Tina ­Rittmann fügt hinzu: „Es gibt bei uns keine Tabu­themen und jeder darf ohne Bedenken seine verletzliche Seite zum Vorschein bringen. Neben den glücklichen Erfahrungen sind es ebenso die schweren Momente im Leben, die uns zu dem charakter­starken Menschen machen, der wir sind. Die echten Erlebnisse berühren uns, weil sie einfach von Herzen kommen. Wir bei ‚Me On Air‘ werten nicht, wir wertschätzen! Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit stehen an erster Stelle.“ Die Zukunft von „Me On Air“ ist gewiss, denn das Projekt soll selbst nach der Pandemie weiterlaufen. Geplant ist, dass einmal im Monat eine Episode erscheinen wird. Alle Informationen zum Podcast und die Episoden zum Nachhören gibt es unter me-on-air.letscast.fm.

<p class="caption">Tina Rittmann</p>

Tina Rittmann