Für den Traumberuf nach Amsterdam

Anuschka Nandita Stark vollzieht ihre Ausbildung im Tattoo-Studio „Rodadero Ink ­Amsterdam“. Ihre Ausbildner Camilo Castro und dessen Frau Alba Ljubika Saldarriaga sind strenge, doch gerechte Mentoren. Fotos: handout/Stark/Tessa van der Riet/Rodadero Ink Amsterdam

Anuschka Nandita Stark vollzieht ihre Ausbildung im Tattoo-Studio „Rodadero Ink ­Amsterdam“. Ihre Ausbildner Camilo Castro und dessen Frau Alba Ljubika Saldarriaga sind strenge, doch gerechte Mentoren. Fotos: handout/Stark/Tessa van der Riet/Rodadero Ink Amsterdam

Die 19-jährige ­Anuschka Stark aus Götzis ­wanderte vor knapp über einem Jahr nach Amsterdam aus, um dort ihren Traum vom Beruf als Tätowiererin zu ­verwirklichen.

Die junge Vorarlbergerin entschied sich nach ihrem Schulabschluss dafür, eine Lehre im Ländle zu beginnen. Obwohl es ihr ganz gut gefiel, begleitete Anuschka jedoch stets das Verlangen danach, mehr aus ihrem Leben zu machen und ihre Träume zu verwirklichen.

„Endlich 18 Jahre alt“

Neben ihrer Ausbildung spielte Anuschka Fußball im Verein. Aufgrund ihres Interesses für diesen Sport und ihrer Verwandtschaft in Amsterdam folgte sie deshalb der Frauenmannschaft von Amsterdam auf Instagram. Und dieses kleine Detail sollte noch große Auswirkungen auf ihr Leben haben. Denn als eine der Sportlerinnen ihr neues Tattoo postete, wurde Anuschka auf das Studio „Rodadero Ink ­Amsterdam“ aufmerksam. Das ­Studio war auf der Suche nach Auszubildenden – und da es Anuschkas Kindheitstraum war, Tätowiererin zu werden, bewarb sie sich für die Stelle. Ihr heutiger Mentor lud sie daraufhin für eine Probezeit ein: „Als ich dann endlich 18 Jahre alt wurde, packte ich sofort meine Sachen und zog vorübergehend zu meiner Verwandtschaft nach Amsterdam.“

Eine leichte Entscheidung

Nach einer halbjährigen Probezeit entschied sich ihr Mentor Camilo Castro schließlich dazu, Anuschka als Lehrling unter seine Fittiche zu nehmen. Da die junge Götznerin bereits ein halbes Jahr in Amsterdam lebte und ihr ganzes Leben auf diese Möglichkeit gewartet hatte, war es für sie eine leichte Entscheidung, das ­Angebot ­anzunehmen und gänzlich nach Amsterdam auszuwandern. Die 19-Jährige berichtet über ihre Ausbildung: „Anfangs lernt man sehr viel durch bloßes ­Zuschauen und natürlich gehört sehr viel Übung im Zeichnen dazu. Mein Ausbildner ist sehr streng, doch ich lerne unglaublich viel bei ihm. Beispielsweise ist es üblich, dass bei einem gravierenden Fehler die Hände des Lehrlings blau-violett eingefärbt werden. Diese Farbe geht dann bis zu zwei Wochen nicht mehr weg. Ich musste mich dann so auf einer Tattoo-­Convention zeigen, was mir extrem unangenehm war. Allerdings habe ich natürlich etwas daraus gelernt und diesen Fehler nie wieder gemacht.“ Anuschka möchte sich zudem nicht auf einen gewissen Tattoo-Style festlegen und schätzt deshalb ihre vielfältige Ausbildung umso mehr. Ihr Mentor bringt ihr zusätzlich auch die „­Freehand-Technik“ bei, welche die 19-Jährige unbedingt beherrschen möchte.

Ein sehr emotionaler Beruf

Bereits im Alter von elf Jahren stand für Anuschka fest, dass sie eines Tages Tätowiererin werden möchte. Für sie bedeutet diese Arbeit mehr als Kunst: „Dieser Beruf ist sehr stark mit Gefühlen verbunden. Für ein ­Tattoo entscheidet man sich normaler­weise ganz bewusst, denn schließlich trägt man es sein ganzes Leben. Die emotionale Ebene verknüpft mit der persönlichen Geschichte, die hinter einem Motiv steckt, lässt das Tattoo zu einem ständigen Begleiter durchs Leben werden. Neben der Freude, die man seinen Kunden bereitet, trägt man auch eine gewisse Verantwortung, denn ein Tattoo wird oftmals als Symbol für einen Abschied oder einen Neuanfang gestochen.“

<p class="caption">Die 19-Jährige ist leidenschaftliche Skaterin und durfte erst kürzlich in einer Reportage über Skatergirls in Amsterdam mitwirken.</p>

Die 19-Jährige ist leidenschaftliche Skaterin und durfte erst kürzlich in einer Reportage über Skatergirls in Amsterdam mitwirken.

<p class="caption">Gezeichnet: Als Anuschka einmal einen ­gravierenden Fehler machte, wurden ihr die Hände eingefärbt.</p>

Gezeichnet: Als Anuschka einmal einen ­gravierenden Fehler machte, wurden ihr die Hände eingefärbt.

„Het is de tegenwind die de vlieger doet stijgen – Es ist der Gegenwind, der den Drachen zum Steigen bringt.“ Anuschka Nandita Stark, 19 Jahre

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