Kampf gegen Raser

WANN & WO berichtete bereits in den vergangenen Jahren über die Situation in Hard. Nun reagiert die Marktgemeinde. Doch das Problem ist ein landesweites, informiert die Polizei. Fotos: Alexandra Serra, Lerch, APA; Faksimile W&W

WANN & WO berichtete bereits in den vergangenen Jahren über die Situation in Hard. Nun reagiert die Marktgemeinde. Doch das Problem ist ein landesweites, informiert die Polizei. Fotos: Alexandra Serra, Lerch, APA; Faksimile W&W

Seit Wochen terror­isieren Autoposer und Raser die Anrainer in Hard. Die Gemeinde reagiert nun. Doch das Problem besteht nicht nur in Hard – die Szene rast durchs gesamte Land.

Abend für Abend sind die Fahrzeuge auf den Harder Straßen unterwegs – und rauben den Anrainern den letzten Nerv. Quietschende Reifen, hochdrehende Motoren und Geschwindigkeitsübertretungen in beruhigten Verkehrszonen sind seit Wochen in der Bodenseegemeinde wieder alltäglich. Die Szene nutzte nicht zuletzt auch die aufgrund der Corona-Ausgangsbeschränkungen freien Straßen. Gemeinde- und Bundespolizei reagieren auf die zahlreichen Beschwerden und halten mit Geschwindigkeitsmessungen, verdeckten Aktionen und Zivilfahrzeugen dagegen.

„Rennstrecke“ Seestraße

Besonders prekär ist die Situation in der Seestraße: Hier befinden sich direkt an der „Rennstrecke“ ein Altersheim, ein Kindergarten, die Schule mit Sporthalle, die Lebenshilfe, das Pfadfinderheim, der Seezugang beim Fußballplatz sowie zahlreiche Wohnsiedlungen. Dementsprechend frequentiert ist der Bereich durch Fußgänger, Radfahrer und weitere Verkehrsteilnehmer jeglichen Alters. Nun hat die Marktgemeinde angekündigt, hier eine Radarbox zu installieren. Eine Forderung, die bereits seit vielen Jahren besteht. Weiters wurde eine spezielle Task-Force eingerichtet, die sich dem Problem annehmen soll.

Polizei: Problem landesweit, Szene sehr gut vernetzt

Auch wenn die Gemeinde Hard zuletzt in der medialen Berichterstattung besonders hervorgehoben wurde – das Problem ist ein landesweites, informiert die Polizei auf WANN & WO-Anfrage. Die Exekutive stellt zudem klar, dass die Szene sehr gut miteinander vernetzt ist. In Social Media-Gruppen – etwa Whatsapp oder Telegram – wird vor Polizeikontrollen gewarnt. Ein Umstand, der die Arbeit der Polizei alles andere als erleichtert. Gemeinde und Exekutive bitten deshalb die Bürger, entsprechende Wahrnehmungen auf den Straßen umgehend zu melden.

5ooo Euro beträgt der Straf­rahmen für Fahren mit stark überhöhter Geschwindigkeit in Zukunft. Bislang lag die Strafe bei 2180 Euro. ­Künftig sollen auch Fahrzeug­beschlagnahmungen ­möglich sein.

40 Strafen wurden in Hard an den vergangenen zwei Wochenenden ausgestellt. Neben Organstrafmandaten wurden auch Anzeigen an die BH Bregenz erstattet.

250 Euro werden in Hard seit Kurzem bei Vergehen der Raser- und Poserszene gegen die Coronabestimmungen verlangt. Bislang wurden Vergehen der Szene mit 30 Euro belangt.

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