Neubeginn für die Kunst

„WANN & WO meets Bibi Ganoush“: Dieses Motiv ist nicht gemalt, sondern tatsächlich ein Bodypaint auf einer realen Frau.Fotos: hanodut/Bibi Ganoush

„WANN & WO meets Bibi Ganoush“: Dieses Motiv ist nicht gemalt, sondern tatsächlich ein Bodypaint auf einer realen Frau.
Fotos: hanodut/Bibi Ganoush

Als Bianca aus Bregenz durch Corona ihren Job verliert, ergreift sie die Chance, sich einen Traum zu erfüllen.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue, sagt ein Sprichwort. In Zeiten der Corona-Pandemie schließen sich gerade so einige – im Fall von Bianca Wiedner alias Bibi Ganoush hat sich dafür aber nicht einfach nur eine neue Tür geöffnet, sondern praktisch ein ganzes Scheunentor! „Ich habe im vergangenen Jahr meinen Job als Grafikerin bei einer Konzertagentur durch Corona verloren“, erzählt die gebürtige Bregenzerin im Gespräch mit WANN & WO. Doch den Kopf in den Sand stecken, kommt für sie nicht in Frage: „Ich sah darin die Chance, diese Zeit voll und ganz für die Kunst zu nutzen.“

Wilde Mischung

Gesagt, getan: Bibi bildet sich im Bereich Maskenbild weiter, sammelt Erfahrungen bei Fotoshootings im künstlerischen Bereich, in Werkstätten von Künstlern, im Theater, bei Musikvideodrehs und Live-Shows. „Nebenbei arbeite ich an meiner ersten Ausstellung und darf diesen Sommer bei den Bregenzer Festspielen mitarbeiten“, schildert die 35-Jährige. „Als Bregenzerin haben die damals zum ersten Mal die Faszination für den Beruf vom Verwandeln eines Menschen in mir geweckt.“ Schon seit Kindertagen malt und zeichnet sie. Doch nur Leinwand wird Bibi schnell zu langweilig. „Skurrile Personen, wilde Looks und außergewöhnliche Gestalten haben mich immer angezogen. Ich wusste auch, dass mir eine einzige Art des Ausdrucks nicht reicht.“ Ihre Ausbildung zur Make-Up-Artistin passt da perfekt: „So habe ich Erfahrung im Schaffen von Silikonformen, Latexteilen und dem Bau von Prothesen“, erklärt Bibi. „Und es hat mir das Bodypainting nähergebracht.“ Auf diese Weise verschmelzen bei ihr Make-Up, Bodypainting, Farbe und Fotografie zu Werken, bei denen man am Ende nicht sicher ist, ob da eine reale Frau zu sehen ist, oder ein Gemälde – wie im Bild links, dass sie extra für WANN & WO angefertigt hat.

Auf ins Ungewisse

Ihren festen Job als Grafikerin bei einer Konzertagentur hat die Pandemie Bibi genommen – doch mit der Möglichkeit, noch viel tiefer in ihre Kunst einzutauchen, hat sie ihr auch viel gegeben. „Wo genau mich mein Weg langfristig hinführt, ist noch ungewiss“, gesteht sie. „Aber das ist im Moment auch nicht wichtig, denn ich bin voller Ideen und Umsetzungsdrang und genieße es gerade sehr, mich in den Bereichen zu verwirklichen, die ich liebe!“

<p class="caption">Bibi ohne Pinsel und Stift?Unmöglich.</p>

Bibi ohne Pinsel und Stift?
Unmöglich.

<p class="caption">Die Künstlerin vor ihren Werken. „Der Raum, der mal ein Wohnzimmer war, verwandelt sich immer mehr in eine Malerwerkstatt.“</p>

Die Künstlerin vor ihren Werken. „Der Raum, der mal ein Wohnzimmer war, verwandelt sich immer mehr in eine Malerwerkstatt.“

<p class="caption">Bibi beim Make-Up für Indie-Künstler Zascha Madeitout.</p>

Bibi beim Make-Up für Indie-Künstler Zascha Madeitout.

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