„Bis zum Schluss bei ihr“

Elia verbringt seine Freizeit am liebsten draußen auf dem Skateboard, um einen freien Kopf zu bekommen. Der Sport spendet ihm Trost. Foto: handout/Degasperi

Elia verbringt seine Freizeit am liebsten draußen auf dem Skateboard, um einen freien Kopf zu bekommen. Der Sport spendet ihm Trost. Foto: handout/Degasperi

Im Rahmen der ­Aktion #­Frühlingsgefühle erzählt Elia ­Degasperi (23) aus Bregenz von der tragischen ­Geschichte mit seiner ersten großen Liebe.

Die überwältigenden Gefühle, das große Kribbeln im Bauch und zum ersten Mal richtig verliebt sein – dieses Glück widerfuhr dem 23-j­ährigen Elia im Sommer 2018. Der Bregenzer lernte seine erste große Liebe bei einem Treffen mit seinen Freunden kennen. ­Rebecca und Elia verstanden sich auf Anhieb und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Die beiden bemerkten sofort, dass zwischen ihnen eine besondere Verbindung bestand und es entwickelte sich schnell eine tiefgreifende Liebesgeschichte.

Eine Nacht veränderte alles

Bis zum Anfang des Jahres 2019 verlief die Romanze des Paares wie im Bilderbuch: „Es war schlicht und einfach alles perfekt. Doch dann veränderte eine einzige Nacht alles und stellte unser beider Leben komplett auf den Kopf.“ Elia ­erinnert sich heute noch genau an diesen schicksalhaften Abend. Er übernachtete bei Rebecca, als sie plötzlich einen epileptischen Anfall erlitt. Elia reagierte sofort und rief einen Krankenwagen, der seine Freundin in das Krankenhaus in Bregenz brachte. Er erzählt: „Rückblickend betrachtet, hätte man damals sofort handeln müssen, doch die Ärzte vermuteten, dass nichts Schlimmeres dahinter steckte. Wäre früher auf die Krankheit reagiert worden, bestünde zu
mindest eine kleine Chance, dass ich meine Freundin vielleicht heute noch in den Armen halten könnte.“

Die drastische Diagnose

Anfänglich wurde Elias Freundin trotz seiner starken Beunruhigung und ­entgegen all seiner Bitten den behandelnden Ärzten gegenüber lediglich unter Beobachtung gestellt. Erst als sie einen weiteren Anfall erlitt, untersuchte man Rebecca genauer. Die Diagnose fiel drastischer aus, als die schlimmsten Befürchtungen aller Angehörigen. Es wurde eine sehr seltene, noch kaum erforschte, Genmutation bei Rebecca festgestellt. Für Betroffene bislang ein Todesurteil. ­Diese „POLG1 Mutation“ äußert sich durch epileptische Anfälle, Komata, Persönlichkeitsveränderungen und Amnesie. Der Krankheitsverlauf ist mit einem Dominoeffekt vergleichbar, der vor allem das Seh- und Gleichgewichtszentrum angreift.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Da laut den Ärzten keine effektive Behandlungsmethode bekannt ist, machte sich Elia selbst auf die Suche nach einer Lösung. Er recherchierte wochenlang und telefonierte mit Medizinern in ganz Europa, hatte jedoch wenig Erfolg. Trotzdem gab er die Hoffnung nicht auf und begleitete Rebecca auf ihrer monatelangen Reise durch die verschiedensten Krankenhäuser. Selbst als sie nach Innsbruck verlegt wurde, wich er ihr nicht von der Seite. „Es war eine Zeit in meinem Leben, die sich wie eine ­Achterbahnfahrt geprägt durch
Lichtblicke der Hoffnung und Phasen der ­Depression anfühlte,“ erzählt Elia heute noch mit Tränen in den Augen. Am 6. Mai 2019 verstarb Rebecca im ­Beisein von Elia und ihrer Familie im Krankenhaus.

„Wäre früher auf die Krankheit reagiert worden, bestünde zumindest eine kleine Chance, dass ich meine Freundin heute noch in den Armen halten könnte.“

Elia Degasperi, 23 Jahre, Bregenz

„Es war eine Zeit in meinem Leben, die sich wie eine ­Achterbahnfahrt geprägt durch Lichtblicke der ­Hoffnung und ­Phasen der ­Depression ­anfühlte“ Elia Degasperi, 23 Jahre, Bregenz

INFOs

Wie nehme ich an der Aktion
#Frühlingsgefühle teil?

Teilnahme: Du erinnerst dich noch an deine erste große Liebe? ­Dann reiche deine Lovestory mit Name, Alter, Wohnort und deinem krea­tivsten #­Frühlingsgefühle-Foto von dir unter jacqueline.fritsche@wannundwo.at ein. Jede Geschichte zählt bei W&W.


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