„I have a Dream …“

Mit der Schule hat Caroline abgeschlossen. „Das ist keine Option mehr für mich“, sagt sie. Beruflich würde sie gerne kreativ arbeiten – und träumt von einer Ausbildung als Goldschmiedin.

Mit der Schule hat Caroline abgeschlossen. „Das ist keine Option mehr für mich“, sagt sie. Beruflich würde sie gerne kreativ arbeiten – und träumt von einer Ausbildung als Goldschmiedin.

… sagte einst Martin Luther King in seiner berühmten Rede. Auch Caroline Ilg hat einen Traum: Die 18-jährige Dornbirnerin arbeitet derzeit im Jugendbeschäftigungsprojekt „startbahn“ der Caritas und träumt davon Goldschmiedin zu werden – oder ­Rockmusikerin.

Träume hat die Vorarlbergerin viele, doch eines wünscht sie sich am meisten: Sicherheit und Toleranz. „Als junge Frau fühle ich mich nicht immer sicher, wenn ich allein unterwegs bin. Das empfinde ich als großes Problem bei uns und ich weiß, dass es vielen Frauen so geht. Das muss sich ändern“, sagt Caroline. Der Traum von einer friedlichen Welt kann vielleicht nicht ganz so erfüllt werden, wie es die Dornbirnerin gerne hätte, doch vielleicht geht ein anderer dafür um so rascher in Erfüllung. „Mein großer Traum ist es, Goldschmiedin zu werden und einen Ausbildungsplatz dafür zu bekommen“, wünscht sich die 18-Jährige mit der kecken Kurzhaarfrisur. Die junge Frau sprüht vor Kreativität und der Drang, diese auszuleben scheint ungebrochen – trotz Schulabbruch und derzeitiger Arbeitslosigkeit.

Durchstarten mit
der „startbahn“

Caroline war eine gute Schülerin und musste weder in der Volksschule, noch im Gymnasium wirklich lernen, um gute Noten zu schreiben. Dennoch war sie mit der Schullaufbahn nie glücklich: „Ich wollte bereits nach der Unterstufe eine Lehre machen, habe mich aber von Lehrern und Familie überreden lassen in die HTL für Modedesign und Produktionstechnik zu wechseln.“ Schnell merkte sie, dass sie in dieser Schule enorm gefordert wird. „Wirklich gefallen hat es mir nie, ich wollte einfach nicht mehr in die Schule gehen und als dann letztes Jahr durch Corona immer mehr Homeschooling gemacht wurde, verlor ich immer mehr den Anschluss und rutschte ab. So landete sie schließlich vor rund einem Monat bei der startbahn der Caritas in Feldkirch, um wieder sicheren Boden unter den Füßen zu spüren und sich neu zu orientieren. Natürlich sorgte diese Entscheidung auch bei ihren Eltern für viel Gesprächsstoff und jede Menge Diskussionen mit ihr: „Schule ist aber definitiv keine Option mehr für mich, auch wenn ich es nicht bereue, in die HTL gegangen zu sein.“

Leidenschaftliche
Musikerin

Kreativ ist die junge Dornbirnerin aber noch in einem ganz anderen Bereich: „Ich spiele seit zehn Jahren Gitarre und würde gerne in einer Rockband Musik machen.“ Besonders gerne musiziert sie mit ihren FreundInnen und fungiert dabei auch schon mal als Gitarren-Lehrerin. In der Zukunft sieht sie für sich einmal ein Haus mit Garten und Kindern. „Mit denen könnte ich dann musizieren – wie die Kelly Family“, lacht sie. Wie sich Familie mit Kindern, der Beruf als Goldschmiedin und eine Musikerkarriere schlussendlich unter einen Hut bringen lassen, wird die Zeit noch zeigen.  HK/MV

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