„Vergesst die Kinder nicht!“

Schon lange muss das Dornbirner Spital ohne Kinderonko-logen auskommen – für die Betroffenen eine zusätzliche Belastung. Fotos: handout/Stadt Dornbirn, privat

Schon lange muss das Dornbirner Spital ohne Kinderonko-logen auskommen – für die Betroffenen eine zusätzliche Belastung. Fotos: handout/Stadt Dornbirn, privat

Immer wieder hat W&W die Intiative „Pro Kinderonko Dornbirn“ begleitet. Im Rahmen der Serie „Weißt du noch, im WANN & WO…?“ fragten wir nach dem aktuellen Stand.

Gute Nachrichten zur Kinderonkologie in Vorarlberg: Der Druck der Elterninitiative „Pro Kinder-Onkologie Dornbirn“ auf das Land Vorarlberg hat in Sachen Transportkosten bereits Früchte getragen. Im vergangenen Sommer hatte die Initiative kritisiert, dass nicht in allen Fällen die Kosten für den Transport der kranken Kinder ans Spital in Innsbruck übernommen würden. „Das Problem hat sich inzwischen aber aufgeklärt und konnte gelöst werden“, freut sich Elternvertreterin Andrea Tschofen-Netzer im Gespräch mit WANN & WO – aber nur zum Teil, denn insgesamt mache man „einen Schritt vor, zwei Schritte zurück“, so die Tschaggunserin.

Noch weiter Weg

Die Transportkostenlösung habe zwar große Erleichterungen für die Eltern von krebskranken Kindern gebracht, sagt die Vertreterin der Eltern-Initiative „Pro Kinder-Onkologie Dornbirn“. Die Änderung sollte in ihren Augen aber für ganz Österreich
und nicht nur für Vorarlberg gelten: „Kein krankes Kind soll um Transportkosten betteln müssen, wenn es in eine Spezialklinik muss.“ Auch bei den Übernachtungskosten für Familienmitglieder in Innsbruck sei noch einiges zu klären. Dabei sei es für die Kinder wichtig, dass ihre Familien während der Therapie bei ihnen sind. Verwirrung gab es zuletzt um die richtige Begrifflichkeit einer möglichen Entsendung eines Kinderonkologen von
St. Gallen nach Dornbirn – laut Initiative gab es dazu eine Bereitschaft. Allerdings: „Es gab nie ein derartiges Angebot aus
St. Gallen“, stellt das Land Vorarlberg auf WANN & WO-Nachfrage klar.

40 neue Erkrankte

Derweil steigen die Fallzahlen: „Seit 2019 haben wir knapp 40 neuerkrankte Kinder mit Krebs in unserer Elterngruppe“, schildert Andrea. Das macht 20 pro Jahr – und damit doppelt so viele, wie von den Verantwortlichen geäußert: „Von offizieller Seite wurde immer von Fallzahlen unter zehn pro Jahr gesprochen und deshalb eine kinderonkologische Außenstelle als nicht relevant angesehen“, so die Mutter weiter. „Schauen Sie einem Fünfjährigen in die Augen und erklären ihm, warum Sie nicht 20 Minuten zur Chemotherapie fahren, sondern zweieinhalb Stunden. Wer schon einmal eine Chemotherapie durchgemacht hat, kann vielleicht erahnen, was solche Strapazen für ein krebskrankes Kind und deren Familie bedeuten.“

Hoffen auf Feldkirch

So glücklich sie und die Elterngruppe auch über die Möglichkeit zur Behandlung in St. Gallen und Innsbruck sind, ihre Hoffnung ruht nun auf Feldkirch, wo ein Onkologisches Zentrum entstehen soll. „Ich bitte inständig, unsere krebskranken Kinder nicht zu vergessen. Wenn die Kinderonkologie in Dornbirn nicht mehr möglich ist, dann ist sie mit der Hilfe aus St. Gallen vielleicht in Feldkirch möglich“, fleht Andrea. „Schließlich kann Krebs jeden treffen.“

<p class="caption">A. Tschofen-Netzer</p>

A. Tschofen-Netzer

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