„Ich lebe endlich!“

Gewalt, Betrug, Einbrüche, Drogen und Knast: Der Feld- kircher Rapper Lobato ließ früher nichts aus. W&W fragte nach, wie er heute lebt.

Dieses Mal wirklich. Dieses Mal hat Street-Rapper
Lobato alias Sascha Wolf sein Leben im Griff. Wirklich im Griff. Denn dieses Mal wartete außerhalb des Gefängnisses mehr als nur die Straße auf den gebürtigen Feldkircher. Dieses Mal warteten seine Freundin und sein Sohn. „Wir sind jetzt eine kleine Familie“, schildert der junge Vater im Gespräch mit WANN & WO. „Der kleine Panzerknacker ist jetzt drei Monate alt und die Geburt war das schönste Erlebnis, das ich je hatte. In diesem Moment rannte alles wie ein Film vor meinen Augen ab: Alles, was ich falsch zu machen schien, war bei der Geburt meines Sohnes richtig … Ich lebe endlich!“

Ganz unten …

Dabei schien genau das sehr lange völlig außer Reichweite. Denn Saschas Vergangenheit war geprägt von Konflikten, von Gewalt – und von Gefängnis. Als WANN & WO im Jahr 2016 erstmals über den Rapper berichtete, stand er gerade wieder auf freiem Fuß. Schlägereien, Drogen-Delikte, Bank-Betrug und Einbrüche standen damals schon auf seinem Konto. Der damals 26-Jährige gelobte Besserung – und meldete sich zwei Jahre später erneut aus dem Gefängnis. „Im Dezember 2017 trat ich an bis September 2019“, erzählt Sascha, „weil ich schwach geworden war und zugeschlagen hatte.“ Die erneute Haft war alles andere als leicht für den Rapper. Doch von ganz unten gab es für ihn glücklicherweise nur noch einen Weg: nach oben. Und nach oben hieß geografisch nach Oberösterreich.

… und wieder zurück!

„Fünf Tage nach meiner Entlassung fuhr ich, ohne einmal davor in Linz gewesen zu sein, mit zwei Koffer und einem Rucksack hin, um neu zu starten. Ich hatte einen Traum und mir war klar, dass ich entweder weggehen und glücklich werden oder zurückkommen und untergehen würde. Ich hielt am Traum fest und siehe da: Lobato hat’s geschafft“, sagt der 31-Jährige stolz. Ohne den guten Einfluss von seinem neuen Umfeld hätte er das wohl aber nicht geschafft, so Sascha. „Hier in Linz schau ich nur noch auf mich und meine Frau, meinen Sohn, meinen Job und meine Musik.“ Für die bastelt er gerade an seinem Home-studio und will in Kürze sogar ein Studium beginnen. „Ich weiß jetzt, dass ich nie mehr so unbewusst leben will wie damals. Ich habe mich in der kurzen Zeit, seitdem ich frei bin, extrem weiterentwickelt“, ist sich Sascha sicher. „Ich bin froh, dass ich alles überlebt und mich ohne Privatinsolvenz rausgerissen habe. Das was du denkst, ziehst du an.“

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