„Denke immer an Vorarlberg“

Sein Schicksal bewegte ganz Vorarl-berg: 2018 wurde Qamar Abbas nach Pakistan abgeschoben. Trotz vorbildlicher Integration, fast abgeschlossener Lehre und Protesten. W&W fragte, wie es ihm heute geht.

17 Tage war Qamar Abbas in Haft. Festgenommen direkt bei seiner Ankunft in Pakistan, beschuldigt des Staatsverrats. 17 Tage verbrachte er im Gefängnis, bevor er nur dank Lösegeld und Beziehungen schießlich entlassen wurde. Doch von einer wirklichen Freiheit kann auch danach keine Rede sein. Denn Qamar ist gefangen in einem Land, dass vielleicht auf dem Papier, nicht aber im Herzen seine Heimat ist. „Mein Leben ist sehr schwierig in Pakistan“, lässt Qamar über seine Kontaktperson Laura Melzer aus Hard den W&W-LeserInnen ausrichten. Er lebt dort bei seiner Mutter, die aber schon sich selbst gerade so über Wasser halten kann. „Ich habe hier keine Arbeit, keine sozialen Kontakte. Immer denke ich an Vorarlberg zurück. Ich mochte das Leben dort.“

Unverständlich

Dass ihm dieses Leben vor fast drei Jahren so schlag-artig genommen wurde, hatte viele Menschen in Vorarlberg erschüttert. Sogar Proteste gegen die Abschiebung formierten sich. Schließlich war der Vorgang für viele unverständlich: Qamar war vorbildlich integriert und hochmotiviert, machte seit zwei Jahren eine Gastro-Lehre. „Er fuhr jeden Tag mit dem Fahrrad von Hard nach Lustenau, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Er integrierte sich, interessiert sich für Vorarlberger Traditionen und hat so etwa 2017 mit uns Weihnachten gefeiert“, erzählt Laura.

„Qamar zählt auf uns“

Die junge Harderin hält bis heute regelmäßig Kontakt zu Qamar und unterstützt ihn so gut sie kann. So wird sie am 7. Juli auch gemeinsam mit Norbert Loacker, der sich schon 2018 als damaliger ÖGB-Präsident gegen die Abschiebung einsetzte, in Linz sein. Dann nämlich wird am Bundesverwaltungsgericht erneut über die Abschiebung von Qamar verhandelt. Wenn es mit dem Visum klappt, wird der heute 29-Jährige auch selbst vor Ort sein. „Qamar zählt auf uns und kann jede Stütze vor Ort brauchen“, versichert Laura.

„Mein Leben ist sehr schwierig in Pakistan. Ich habe hier keine Arbeit, keine sozialen Kontakte. Immer denke ich an Vorarlberg zurück. Ich mochte das Leben dort.“

Qamar über sein Schicksal seit der Abschiebung vor drei Jahren.

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